Er hat gewonnen. Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) hat es geschafft, mehr als 333 Musiker mit ihren Instrumenten am 11.11. um 11.11 Uhr auf dem Gelände des Karnevalsclub Röttenbach "Die Besenbinder" zu versammeln.
So lautete die diesjährige Wettaufgabe zur Schlüsselübergabe für ihn. Pünktlich zum Beginn der fünften Jahreszeit schallte denn auch aus allem, was Töne erzeugt, die Europahymne über den Platz.
Sie haben gewonnen, die Kinder in der Kinderklinik in Erlangen. Denn ein Tag mit viel Freude für sie, war der Wetteinsatz der Röttenbacher Karnevalisten, mit dem sie gegen Wahl antraten. Er dagegen hatte gewettet, er würde in allen acht Klassen der Schule je eine Stunde Musikunterricht geben.
Es hat sich gelohnt, dass Wahl alle Hebel in Bewegung setzte, um Musiker jeden Alters zu akquirieren.
An ihrer Kleidung waren Vertreter vieler Kapellen zu erkennen: von den Blaskapellen aus Adelsdorf, aus Zeckern, aus Gremsdorf, aus Dechsendorf, aus Höchstadt, aus Nürnberg, von den Senioren der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach, aus Münchaurach, von der Stadtkapelle Bamberg, aus Eltersdorf, die Musikzwerge Röttenbach, trotz Regengefahr auch vom Akkordeonclub Röttenbach, und und und.
Thomas Sapper von der Röttenbacher Blasmusik gab den fachmännischen Einsatz und sie alle und die vielen, vielen Musikanten legten los, mit dem Schellenbaum, der Teufelsgeige, Klanghölzern, Tröten und Tambourins. Da nützte es gar nichts, dass KCR-Sitzungspräsident Thorsten Ott zur Abgabe der Instrumente bei der Norma aufforderte.
Für den Notfall gab es sogar die Noten der "Ode an die Freude" und kleine Kazoo-Tröten für jene ohne Tonausrüstung. Das Musikhaus Thomann wollte damit die Aktion unterstützen wie auch die Norma, die Würstel spendierte und ihren Parkplatz am Zentrallager zur Verfügung stellte.


Auch ein politisches Symbol

Die Europahymne hat der Bürgermeister ausgewählt, mit dem durchaus "politischen" Gefühl, in Europa grenze sich jeder ab. "Wir wollten zeigen, was Europa ausmachen sollte: Solidarität, Zusammenhalt", betonte das Oberhaupt einer Gemeinde mit Einwohnern aus zig Nationen.
Der Text, so Wahl weiter, animierte zur Wetteinlösung. "Es war mein Sohn Michael, der vorschlug, doch den schwer kranken Kindern eine Freude zu machen." Nicht zuletzt wegen des großen Medieninteresses ist der Besuch in der Klinik schonpeglant: am 2. Februar.
Doch auch so eine fröhliche Veranstaltung hat eine zweite Seite: der sichere Ablauf. "Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn bei einem freudigen Ereignis etwas passiert", sagt Wahl, der ein Sicherheitskonzept auf die Beine stellen ließ.
Die Freiwillige Feuerwehr übernahm die Verkehrsregelung und stellte Ersthelfer samt ausgeschilderten Rettungswegen und einem Notarzt im Hintergrund.
Die Verantwortung für die Technik samt Musikanlage und Hubsteiger für die Wettpartner hatte der Bauhof unter Heinz Weber übernommen. Und die Gemeinde hat sogar eine Extraversicherung abgeschlossen, denn ansonsten umfasst ihr Vertrag nur Veranstaltungen bis zu 300 Personen. Und hier waren ja genau 33 plus ein Musiker mehr gefordert.