Ein ganz besonderes Begrüßungsgeschenk bekamen die Eltern der 56 Neugeborenen der Gemeinde Adelsdorf des vergangenen Jahres. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde überreichte ihnen Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD) ein Kirschkernkissen. Bürgermeister Karsten Fischkal ehrte verdiente Sportler, für den musikalischen Rahmen sorgte die 17-jährige Sängerin Franziska Kraus, für tänzerische Glanzlichter die Hobbytanzgruppe "Dance for fun".

Einige tüchtige Sportler tragen und trugen entscheidend dazu bei, den Namen Adelsdorf weit über die Ortsgrenzen bekannt zu machen, und diese ehrte der Bürgermeister. "Sie sind weit über sich hinausgewachsen und haben ihre Ehrung mehr als verdient", begann er seine Laudatio.

Eine der Geehrten ist die 17-jährige Gymnasiastin Bianca Dürrbeck aus Wiesendorf. Mit sechs Jahren fing sie an zu tanzen und mit sieben Jahren wurde sie zum ersten Mal Tanzmariechen beim KC Röttenbach, wo sie auch trainiert. "In einer Session habe ich durchschnittlich acht Turniere. In dieser Turniersession war ich bereits bei fünf Turnieren und erreichte jedes Mal den ersten Platz. Deshalb darf ich mich auch Mittelfränkische Meisterin nennen", erzählte sie stolz.

Fürs Fernsehen gibt es schulfrei

Vor gut einer Woche stand sie in Lauda auf dem Siegertreppchen, und am Tag des Empfangs befand sie sich in Naila beim Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft, wo sie ebenfalls den ersten Platz erreichte. Deshalb kam ihr Bruder Frank, um die Urkunde abzuholen. Bianca trainiert vier Mal die Woche, insgesamt zehn Stunden, und da bleibt nicht mehr viel Freizeit. "Dieses Jahr habe ich sogar einen Fernsehauftritt mit meiner Gruppe und da gibt mir mein Schulleiter vom Gymnasium Höchstadt frei, weil es ja ein besonderes Ereignis ist", verriet sie im Vorfeld.

Ebenfalls sehr intensiv trainiert der 29-jährige Sebastian Zwosta, ein Späteinsteiger in Sachen Marathon- oder Langstreckenlauf. "Früher bin ich viel gejoggt und spielte Fußball, um mich fit zu halten.", erzählte er. Erst 2009 fing er ernsthaft mit dem Lauftraining an. "Mich faszinierte der Marathonlauf und ich habe langsam eine richtige Leidenschaft dafür entwickelt", meinte er. "Eigentlich fand ich die langen Strecken gar nicht so anstrengend und ich hatte das Gefühl, dass ich bestimmt noch schneller laufen könnte."

Der Athlet vom TSV Neuhaus, dessen Mentor Willi Wahl, der Vizepräsident des Bayerischen Leichtathletikverbandes ist, war beim Haßfurter Straßenlauf (10 km in 35 Minuten), aber auch beim Marathonlauf am Bodensee (42 km in 2:42 Stunden) einer der besten Franken.

Den Marathonlauf in Berlin schaffte er sogar in einer Zeit von 2:35 Stunden. Das bedeutet eine Zeit von 3:42 Minuten pro Kilometer. "Mein Ziel ist es, bis 2015 den Marathon mit 2:30 Stunden und die Zehn-Kilometer-Strecke in 33 Minuten zu schaffen", verriet der ehrgeizige Sportler. Viel Freizeit geht neben dem Beruf fürs Training drauf: "Ich laufe bis zu zehn Mal die Woche gesamt 170 Kilometer und dazu kommt noch drei bis vier Mal Krafttraining."

Bürgermeister Karsten Fischkal blickte auch zurück in ein Jahr, das für manchen sicher mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden ist, mit Schicksalsschlägen und unerfüllten Hoffnungen. Er beleuchtete Ereignisse aus der Weltgeschichte, aus Deutschland und kam vom Landkreis zum Adelsdorfer Geschehen. Besonders stolz ist er, dass die Firma Soldan "bei uns" bleibt, aber auch dass das Baugebiet "Am Grünsee" wächst und sogar dort schon Häuser bewohnt sind. Auch der Wohnpark Adelsdorf und die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft nehmen langsam Gestalt an, weitere Baugebiete sind im Entstehen.

Auch über die Finanzen klärte er die Bürger auf. "Im Jahr 2012 haben wir etwa 730 000 Euro Grundsteuer eingenommen. Im Vergleich dazu haben wir einen Aufwand von gut zwei Millionen Euro für Bildung, Kinderbetreuung, Investitionsmaßnahmen im Sozialbereich, sowie für die Förderung der Vereine", gab er zu bedenken. "Wir dürfen nicht jammern, auch wenn wir immer noch auf einem immensen Schuldenberg sitzen", verkündete er. "Wir konnten unsere Schulden von 9,6 Millionen Euro Anfang 2012 auf 8,9 Millionen Euro senken und werden alles daran setzen, bis Ende 2013 bei etwa acht Millionen Euro zu liegen."

Leider habe die Gemeinde die Grundsteuer anheben müssen und es sei auch unumgänglich gewesen, die Wassergebühren zu erhöhen. "Bis jetzt haben wir 32 Wasserrohrbrüche und es kommen bestimmt noch einige dazu - bei den maroden Leitungen", erläuterte Fischkal. Die Wasser- und Abwasserversorgung müsse unbedingt saniert werden.

Die nächsten Jubiläen stehen an

Fischkal bedankte sich bei den Gemeinderäten für die konstruktive Zusammenarbeit und wies auf die beiden positiven Zukunftsworkshops der Räte von 2011 und 2012 hin. "Wir haben Ziele und Ideen erfasst und in einem Zukunftspapier festgeschrieben." Sein Dank ging an die Ehrenamtlichen, an den Rettungsdienst, die Feuerwehren und die vielen Vereine, ohne die das Gemeinwesen nicht existieren könnte. Stellvertretend hob er den MGV (Musik- und Gesangverein) heraus, der im letzten Jahr sein 125. Jubiläum so grandios gefeiert habe. "Ich freue mich auf die Festwochen des SC Adelsdorf, der heuer 90 Jahre wird, aber auch auf das 15. Jubiläum der Partnerschaft Adelsdorf - Uggiate-Trevano, das wir vom 28. bis 30. Juni ganz groß in der italienischen Partnergemeinde feiern."

Bei Melissa Mirwald, dem Adelsdorfer Christkind, das in der Adventszeit weihnachtliche Freude in die Vereine, ins Altersheim und die Kindergärten gebracht hat, bedankte er sich mit einem Blumenstrauß. "Ich hoffe, du bist noch einmal bereit?"