Im Kreis Erlangen-Höchstadt kam es zu einem Einsatz auf einem gefrorenen Weiher. Die Feuerwehr kann das Geschehen auf der Fläche nicht unkommentiert lassen.
Am Sonntag (25. Januar 2026) hat sich im Erlanger Stadtteil Dechsendorf ein gefährlicher Unfall ereignet. Eine Person brach auf dem gefrorenen Großen Bischofsweiher ins Eis ein. Gegen Mittag rückten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Dechsendorf mit dem Alarmstichwort "Eisunfall" aus, wie aus dem Einsatzbericht hervorgeht.
"Besonders betroffen" zeigen sich die Helfer über das Verhalten einiger Schaulustiger vor Ort. Während der laufenden Rettungsmaßnahmen blieben mehrere Personen demnach ungerührt auf der Eisfläche, was bei den Rettungskräften für Kopfschütteln sorgt. In eindringlichen Worten appelliert die Feuerwehr noch einmal: "Bleiben Sie vom Eis fern."
"Diesmal war es kein Hund": Feuerwehr Dechsendorf kritisiert leichtsinniges Verhalten
Erst vor rund drei Wochen war ein Hund auf dem Weiher ins Eis eingebrochen. Das durchnässte und unterkühlte Tier konnte gerettet und anschließend seinen Besitzern übergeben werden. Bereits damals warnte die Feuerwehr vor leichtsinnigem Verhalten und wies auf die Gefahr hin, die vom Betreten der dünnen Eisdecke trotz Verbotsschilder ausgehe. "Damals war es 'nur' ein Hund", hieß es in einem Einsatzbericht.
Nun aber trat der Ernstfall ein. "Diesmal war es kein Hund!", melden sich die Mitarbeiter der Feuerwehr Dechsendorf nur wenige Wochen später wieder zu Wort. Obwohl die betroffene Person großes Glück hatte und sich selbstständig aus dem Eis befreien konnte, kritisieren die Einsatzkräfte abermals die Uneinsichtigkeit vieler Menschen, die die Gefahr weiterhin unterschätzten.
Trotz klarer Verbote und eines akuten Unfalls nur wenige Meter entfernt hielten sich Personen sogar teils mit Kindern auf dem Eis auf, so die Beobachung der Einsatzkräfte. "Offensichtlich spielte es für viele keine Rolle, dass nur wenige Meter entfernt gerade ein Mensch in Lebensgefahr geraten war", heißt es im Bericht weiter. Laut Feuerwehr gefährde man durch solches Verhalten nicht nur das eigene Leben oder das der Kinder, sondern im Ernstfall auch das der Einsatzkräfte, die zur Rettung ausrücken müssen.
Auch Leben von Rettungskräften in Gefahr: Feuerwehr mahnt weiter zur Vorsicht
Die verunfallte Person am Großen Bischofsweiher kam mit einem Schreck und einer leichten Unterkühlung davon. Offensichtliche Verletzungen gab es laut Einsatzbericht nicht, auch dank des ehrenamtlichen Eis-Dienstes der DLRG Dechsendorf, dessen Team regelmäßig vor Ort ist, um im Notfall sofort einzugreifen.
Gemeinsam mit der Unterstützung der Feuerwehr und Rettungskräfte konnte die Person versorgt und an den Rettungsdienst übergeben werden. "Weitere alarmierte Einheiten, darunter der Rettungshubschrauber, konnten den Einsatz abbrechen", heißt es seitens der Feuerwehr.
Der Eis-Dienst der DLRG stelle jedoch weder eine Sicherheitsgarantie noch eine Freigabe zum Betreten des Eises dar. "Das Eis ist aktuell nicht tragfähig. Jeder Schritt auf dem Eis ist ein unnötiges Risiko", mahnt die Feuerwehr eindringlich. "Wer das Eis betritt, riskiert Menschenleben, inklusive derer, die im Notfall helfen müssen." Der Appell an die Bevölkerung lautet daher weiterhin: "Bitte nehmen Sie diese Warnungen ernst."