Am dritten Tag der Erlanger Bergkirchweih hatte die Polizei ordentlich zu tun. Die Beamten mussten zu mehreren Sexualdelikten ausrücken - und auch zu zahlreichen handfesten Auseinandersetzungen.
Auf dem Festgelände rund um den Burgberg zeigte sich am Samstag das Wetter wieder von seiner besten Seite. Bereits um 15.00 Uhr waren die Keller und der Schaustellerbereich gut gefüllt. Gegen 19.00 Uhr waren diese Bereiche zu 100 Prozent ausgelastet und der Zustrom hielt weiter an. Bis zum offiziellen Bergende um 23.00 Uhr hielt diese Besucherzahl auch an.
Leider kam es am Altstädter Schießhaus im Bereich des Entlaskeller zu zwei sexuellen Belästigungen. Am Entlaskeller konnte der Täter, der einer 23-jährigen Bergbesucherin aus Bad Neustadt unter den Rock griff, unerkannt entkommen. Im zweiten Fall konnte der Täter festgenommen werden. Am Ausschank griff ein 35-jähriger Mann aus Baden-Württemberg einer 16-Jährigen aus dem westlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt unter den Rock und legte seine Hand auf deren Po. Der Täter war mit rund 2,00 Promille erheblich alkoholisiert und musste das Festgelände nach Abschluss der Ermittlungen verlassen.
Zwei Grapscher am Festgelände - Arzt und G.I. liefern sich Maßkrug-Duell
Gegen 20.15 Uhr beschäftigte die Einsatzkräfte der Bergwache ein ungewöhnlicher Vorfall im Bereich des Erich-Kellers. Hier gerieten aus bislang unbekannter Ursache ein 38-jähriger Arzt aus Hamburg und ein 27-jähriger US-Soldat aus der Oberpfalz in Streit. Im Verlaufe dieses Streites schüttete der 38-Jährige den Inhalt seines frisch gezapften Maßkruges über den Kopf des Soldaten und schlug ihm zudem mit der Faust ins Gesicht. Dieser wehrte sich unter Verwendung seines Maßkruges und schlug diesen auf den Kopf seines Gegners. Hierbei erlitt der Arzt eine leicht blutende Wunde am Hinterkopf. Die beiden Männer waren mit 1,8 und 0,96 Promille doch sichtlich alkoholisiert.
Mehreren Passanten teilten der Bergwache gegen 20.30 Uhr ein deutlich alkoholisiertes Pärchen mit, die einen zwei Monate alten Säugling im Kinderwagen fuhren. Das Pärchen aus Erlangen im Alter von 36 und 51 Jahren konnten von den Einsatzkräften in der Bergstraße angetroffen werden. Beide waren mehr als deutlich alkoholisiert und gaben an, mit ihrem Kind die Bergkirchweih besucht zu haben. Beide zeigten sich einsichtig und fuhren anschließend mit einem Taxi nach Hause. Das zuständige Jugendamt der Stadt Erlangen wird über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.
Völlig uneinsichtig zeigte sich gegen 21.50 Uhr ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Forchheim. Zunächst schlug er völlig grundlos einem gleichaltrigen Besucher der Bergkirchweih mit der Faust ins Gesicht und versetzte ihm anschließend einen Kopfstoß. Der Geschädigte erlitt dadurch leichte Verletzungen und musste sich einer medizinischen Behandlung unterziehen.
Betrunkenes Pärchen fährt Säugling spazieren - 22-Jähriger rastet vollkommen aus
Bei der polizeilichen Aufnahme des Geschehens verweigerte der 22-Jährige die Angaben seiner Personalien und zeigte sich nicht nur verbal aggressiv gegenüber den Einsatzkräften. Im weiteren Verlauf schubste er die Beamten weg und weigerte sich, mit zur Bergwache zu gehen. Nachdem er auch mit gutem Zureden nicht zu beruhigen war, musste der Mann fixiert werden, um weitere Angriffe gegen die Beamten zu unterbinden. Hierbei erlitt er Kratzer an den Armen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde bei dem Täter eine Blutentnahme durchgeführt. Im Anschluss wurde er vom Festgelände verwiesen.
Auch am dritten Bergtag mussten am Bürgermeistersteg in der Spitze wieder rund 1500 Jugendliche und Heranwachsende durch die Polizei betreut werden. Die hinterlassenen Scherben von zerbrochenen Flaschen und sonstiger Unrat musste abermals von Kräften der Stadt Erlangen am nächsten Tag entsorgt werden. Auch wurde wieder festgestellt, dass Jugendliche neben branntweinhaltigen Getränken wohl auch Rauschgift konsumieren. In einem Fall wurden einem 17-jährigen aus Erlangen rund 3,5 Gramm Haschisch bzw. Haschischöl durch die eingesetzten Beamten abgenommen, nachdem ihn diese beim Rauchen eines Joints beobachtet hatten. Zudem war der Jugendliche mit 1,2 Promille erheblich alkoholisiert und wurde seinem Vater übergeben.