Mit Beginn des Kindergartenjahres im September 2015 soll die neue Kindertagesstätte an der Höchstadter Anton-Wölker-Schule bezogen werden. Jetzt wurde am Rohbau Richtfest gefeiert.

Eine sehr schnelle Maßnahme, wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) als "Bauherr" betonte. Im Mai 2013 hatte sich das Stadtratsgremium für die Maßnahme entschieden. Im März 2014 ging die Genehmigung des Landratsamtes ein. Der zweigeschossige Neubau ist im Erdgeschoss auf drei Krippengruppen mit je zwölf Kindern und im Obergeschoss auf eine Kindergartengruppe und zwei Hortgruppen mit jeweils 25 Kindern ausgelegt. Insgesamt kann der Neubau auf einer Nutzfläche von 1375 Quadratmetern somit 111 Kinder beherbergen.

Bei der Entscheidung habe man insbesondere an den Bedarf durch das wachsende Wohngebiet "Häckersteig" mit 500 bis 600 Bauplätzen (im Endausbau) gedacht, sagte Brehm.
"Das bedeutet, dass wir mit den Betreuungsplätzen nicht hinterher, sondern voraus sind." Höchstadt habe mit der neuen Einrichtung eine "100-Prozent-plus-x-Betreuung" und könne sich als kinderfreundliche Stadt bezeichnen. Die Baukosten sind nach Brehms Worten "gedeckelt". Auf die Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro erwartet die Stadt eine Förderung von 1,5 Millionen Euro.

Kostenschätzung übertroffen
Dass es einen "Spagat zwischen Belichtung und Beschattung" auszuloten gibt, räumte Brehm nach der Bauausschuss-Sitzung am Montag ein. Die Eindeckung des Flures im Obergeschoss komplett mit Glas habe man inzwischen aufgegeben. Die entsprechende Ausschreibung wurde in der Sitzung aufgehoben. Hauptgrund seien die hohen Kosten, bezog der Architekt Markus Haindl Stellung. Bei der Ausschreibung lag das günstigste Angebot bei 188.691 Euro. Das übertraf die mit rund 86.000 Euro angesetzte Kostenschätzung um 102.000 Euro.

"Bei genauem Hinsehen", so Haindl, habe man zudem festgestellt, dass mindestens ein Drittel des Glases wegen der Sonneneinstrahlung geschlossen werden müsse. Deshalb soll jetzt nur noch die Hälfte der Oberlichtfläche in Sonnenschutzglas, die andere Hälfte geschlossen in Alu-Paneelen mit Wärmedämmung ausgeführt werden. Acht Lüftungsklappen sollen besonders nachts für Durchlüftung sorgen.

CSU-Stadtrat Franz Rabl hätte lieber noch weniger Glas auf dem Dach gesehen. Haindl meinte, das sei abzuwägen: Im Sommer - und das wären allenfalls ein paar Wochen - hätte man das Dach vielleicht lieber geschlossen. Im Rest des Jahres sei ein heller Flur jedoch sehr schön. Optimal wäre nach Meinung des Architekten ein äußerer Sonnenschutz, doch der sei sehr teuer. Bürgermeister Brehm rechnet damit, auch bei der geänderten Dachkonstruktion mit den Gesamtkosten von drei Millionen Euro "hinzukommen".