Baiersdorf hat ein ehrgeiziges Ziel: die Schulden der Stadt von derzeit rund zehn Millionen Euro sollen in nächster Zeit auf sieben Millionen Euro gedrückt werden. Baiersdorf tilgt jährlich rund 600 000 Euro. Deshalb verabschiedete der Stadtrat gegen eine Stimme den "dritten Haushalt in Folge ohne Neuverschuldung", so Bürgermeister Andreas Galster (CSU). Josef Forster (ÖWG) stimmte dagegen, weil in dem Zahlenwerk ein zinsloses Darlehen für die Ratshaussanierung versteckt ist. "Es muss trotzdem zurückgezahlt werde", argumentierte er.
Der Haushalt der Stadt hat ein Volumen von 17,6 Millionen Euro. Er schließt im Verwaltungshaushalt mit 12,15 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt, dem Investitionsbereich, mit 5,5 Millionen Euro ab.
Als größte Investitionen sind vorgesehen: eine Million Euro für Kindertagesstätten, darunter der kommunale Anteil am Neubau in Hagenau; rund 800 000 Euro für die Abwasserbeseitigung, darunter die Kanalerneuerung in der Jahnstraße, und 350 000 Euro für den Hochwasserschutz, von dem man hofft, ihn in diesem Jahr endlich umsetzen zu können.
Fest in der Planung ist der Umbau der Kreuzung Jahn-/Forchheimer Straße. Danach soll die Staatstraße nicht mehr durch den Ortskern, sondern über die Straßenzüge am Bahnhof verlaufen. Dafür waren bereits 2007 die Planungen erstellt und Aufträge vergeben worden, als der Sturzregen mit dem verheerenden Hochwasser alle städtischen Vorhaben zunichte machte. Stück für Stück sollen auch in anderen Straßen Kanäle und Leitungen ausgewechselt werden, ehe der Straßenoberbau erneuert wird.
Für die Bebauung des alten Mälzerei-Geländes wurde das Bauleitverfahren eingeleitet. Investor Martin Paulini fasste vor dem Rat nochmals das Konzept zusammen. Er wies darauf hin, dass keine Ein-Zimmer-Appartements, sondern Wohnungen mit zwei bis sechs Zimmern geplant sind. Gewerberäume sind nicht vorgesehen, aber es könnten Arztpraxen in Wohnungen untergebracht werden, beschied er eine Anfrage von Erika Baier (CSU), die "todunglücklich über die Planung" ist. Dem gewünschten Café gab niemand eine Chance. Gastronomie wolle sich an Hauptstraßen ansiedeln.