Aurachtaler Grundschüler haben sich am Lauf gegen den Hunger beteiligt. Unterstützt wurden sie vom Leichtathleten Martin Grau und einigen Flüchtlingen.
Für einen Tag tauschten die Aurachtaler Grundschüler ihre Schulbank gegen Laufschuhe und sammelten damit Geld für Menschen in Hungersnöten. Mit dem erfolgreichen Leichtathleten Martin Grau aus Biengarten an der Spitze, der sich auf den Hindernislauf spezialisiert hat und auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge zurückblicken kann, nahmen sie am sogenannten Lauf gegen den Hunger teil, der mehr sein soll als eine Sportveranstaltung: Kinder engagieren sich für ein soziales Projekt und lernen Wissenswertes über das Problem der Mangelernährung in der Welt.
Die Grundschüler wurden auf dem Sportplatz vom Schulleiter Alfred Sammetinger und Bürgermeister Klaus Schumann (ÜWB) begrüßt und angesichts der sommerlichen Temperaturen daran erinnert, dass sie möglichst viel trinken sollen. "Mit jeder Runde sorgt ihr dafür, dass es Kindern ein Stück besser geht", erklärte der Schulleiter in seiner Ansprache. Bevor Martin Grau den Startschuss gab, bat er die Kinder, den Lauf langsam angehen zu lassen, denn nicht das Tempo sei entscheidend, sondern die Zahl der Runden.
In diesem Jahr werden Hilfsprojekte in Äthiopien unterstützt. Dort ist die Ernährungssicherheit gefährdet, weil das Klimaphänomen El Niño die lebenswichtigen Ernten vernichtet. Allein in Äthiopien hängt die Versorgung von mehr als zehn Millionen Menschen vom Regen ab. Wenn dieser ausbleibt, verdorrt die Ernte, und die Menschen sind dringend auf Hilfe mit Nahrungsmitteln angewiesen. In Münchaurach liefen auch die Äthiopier Quasim Ibrahim, Omer Tahex und Abbu Tamam Husein für ihr Land. Beim Lauf begleitet wurden die jungen Flüchtlinge von der Betreuerin Stephanie Illing und Karam aus Syrien.
1700 Schulen beteiligt
In diesem Jahr feiert das Sportprojekt mit sozialem Engagement Geburtstag: Seit nunmehr 20 Jahren nehmen Schüler am jährlichen "Course contre la Faim" - zu Deutsch Lauf gegen den Hunger - teil. Das erlaufene Geld kommt Hilfsprojekten in insgesamt 47 Ländern zugute. Im letzten Jahr beteiligten sich weltweit 1700 Schulen mit mehr als 400 000 Schülern. Dabei wurden etwa vier Millionen Euro an Spenden für die Hilfsprojekte der "Aktion gegen den Hunger" gesammelt. Ein Großteil der Spendeneinnahmen unterstützte Hilfsprojekte in Haiti.
Im Vorfeld des Laufs - im Monat Mai - finden an den beteiligten Schulen Themenvorträge statt, bei denen die Schüler mit einem Referenten der Hilfsorganisation über das Problem von Hunger und Mangelernährung sprechen. Im Anschluss an den Themenvortrag mobilisieren die Kinder und Jugendlichen ihr Umfeld und suchen Paten, die ihr Engagement unterstützen. Der Lauf selbst findet immer Anfang Juni statt. Pro gelaufener Runde erhalten die Schüler einen vorher festgelegten Spendenbetrag, der dazu beiträgt, den Welthunger zu bekämpfen.
In Münchaurach wurden am Donnerstag von 158 Kindern 3928 Runden zu je 200 Metern gelaufen.