"Das ist unsere Zukunft", erklärt Bürgermeister Werner Stöcker (CSU), als er gerade aus einer Wassertretanlage herauskommt. Gemeint ist Elektromobilität. Der Bürgermeister der Gemeinde Uehlfeld, der auch eine Tankstelle besitzt, hält demnach den Ausbau von Elektrotankstellen für unumgänglich. "Man muss umdenken", erklärt er weiter. So könne es sein, dass in zehn Jahren neben jeder herkömmlichen Zapfsäule auch eine ist, aus der Strom kommt.
Vorerst ist Uehlfeld damit aber gut ausgestattet. Am Sonntag hat Stöcker in der Neuweststraße Elektrotankstellen für zwei Autos und drei Fahrräder eingeweiht. Während das Grundstück vor zwei Jahren noch Wiese und Holzlagerplatz war, habe man nun laut Planer Frieder Müller-Maatsch einen "Mini-Park" errichtet. So hat man, um den Strom für Autos und Fahrräder möglichst ökologisch zu gewinnen, auf zwei kleinen Dächern Photovoltaikanlagen platziert.


Solarstrom wird gespeichert

Wenn die Sonne scheint und damit Strom produziert wird, fließt dieser direkt in ein Auto, das gerade angeschlossen ist. Ist keines angeschlossen, kann Strom gespeichert werden. Wird allerdings zu wenig Strom produziert, bezieht man Strom vom Versorger N-Ergie, um trotzdem Autos und Fahrräder laden zu können.
Ein "Mini-Park" ist das Grundstück an der Neuweststraße aber nicht nur wegen der Lademöglichkeiten für Fahrräder und Autos, sondern auch, weil direkt nebendran ein Wasserpfad gebaut wurde. Dieser führt durch zwei Heilkräuterbeete hindurch, bei denen man sowohl riechen als auch schmecken soll. So sind nicht nur angenehm riechende Pflanzen wie Thymian und Salbei gepflanzt worden, sondern auch Erdbeeren. "Es gibt hier Energie nicht nur für Pkw und Fahrräder, sondern auch für uns Menschen", sagt Stöcker. Das Wasser, das für den Pfad benötigt wird, kommt dabei aus einem Brunnen unterhalb des Grundstücks. Wenn es dann verbraucht wurde, wird es erneut in den Boden in eine Zisterne gepumpt. Von dort aus versorgt es die Gemeinde und das Rathaus. "Das A und O ist die Wasserqualität", erklärt Müller-Maatsch. So wollte man auch das Wasservolumen möglichst gering halten, damit das Wasser kalt bleibt.


Kostenlos bis Jahresende

Im Zuge der Umgestaltung der Dorfmitte wurde in der Neuweststraße bereits einiges saniert. Auch ein Gewerbegebäude und Wohnhäuser haben bereits eine Renovierung bekommen. "Ohne die Städtebauförderung würden wir so etwas für die Bürger nicht leisten können", so Bürgermeister Stöcker. Sie unterstützt Gemeinden finanziell und setzt sich für gleiche Bedingungen in Stadt und Land ein.
Ebenfalls beteiligt war die N-Ergie, die bereits einige Standorte für Energietankstellen in Mittelfranken bereitstellte. "Wir wollen gemeinsam mit den Kommunen die Elektromobilität vorantreiben", sagt Alexander Nothaft vom Unternehmen. Bis voraussichtlich Ende dieses Jahres können Bürger, die ein Elektroauto besitzen, noch kostenlos "tanken", dann werde laut Nothaft ein Abrechnungssystem eingebaut, mit dem man auch über sein Handy bezahlen kann. Für Fahrräder bleibt der Strom in Uehlfeld aber kostenlos.