Im Anschluss an diese Sitzung hat Knorr ihre Entscheidung bereits mündlich Bezirkstagspräsident Richard Bartsch mitgeteilt.

Knorr war als Vertreterin der Freien Wähler zur Stellvertreterin gewählt worden, hatte dann aber erklärt, aus der Fraktion der Freien Wähler auszuscheiden und sich den zwei Vertretern von ÖDP und FDP anzuschließen. So die Information, die Bezirksrat Walter Schnell (FW) dem hiesigen Kreisverband übermittelte.

Etwa zeitgleich mit der Bezirkstagssitzung tagten die Kreisgremien der Freien Wähler, um ihre Kandidaten für den Kreistag 2014 aufzustellen. Auch die - wegen der anderen Sitzung - entschuldigte Karin Knorr wurde nominiert. Erst danach teilte Schnell den Erlangen-Höchstadter Kreisräten mit, dass Knorr aus der Bezirkstagsfraktion ausgetreten sei.

Für Kreistag nominiert

Die Kreistagsfraktion der FW ist laut der Kreisvorsitzenden Irene Häusler der Auffassung, dass sich nur schwer eine Fraktionszugehörigkeit im Kreis mit einer Trennung auf Bezirksebene vereinbaren lässt. Deshalb traf sich gestern Abend die FW-Kreisfraktion mit Karin Knorr zu einer außerordentlichen Fraktionssitzung in Kalchreuth, um eine Lösung zu finden.

Knorr wurde mit den Stimmen der Freien Wähler zur weiteren Stellvertreterin gewählt. Unmittelbar nach dem Wahlgang teilte sie ihrem Fraktionskollegen Walter Schnell mit, sie scheide aus der FW-Fraktion aus. Diese Entscheidung machte sie, so Schnell, öffentlich und gab bekannt, sich mit Ingrid Malecha und Wolfgang Hofmann, den Vertretern von ÖDP und FDP, eine Ausschussgemeinschaft zu bilden. Ein Zusammenschluss von zwei oder drei Personen - je nach Stimmenzahl der vertretenen Gruppierung ist notwendig, damit die Einzelvertreter - in diesem Fall von ÖDP und FDP - in Ausschüssen vertreten sein können.

Anhörung

"Wir wollen ihre Beweggründe erfahren und wissen, ob sie bei diesem Schritt (Austritt aus der Bezirkstagsfraktion, Anm. der Redaktion) bleibt", erklärte Häusler. Ausdrücklich betonte sie: "Es wird erst eine Entscheidung geben, wenn wir Karin Knorr gehört haben." Allerdings hielten einige Fraktionsmitglieder eine weitere Kandidatur Knorrs für den Kreistag für nicht haltbar - zumindest "ohne hinreichende Erklärung", betonte Häusler.
Ein Motiv für Knorrs Verhalten sei nicht bekannt. Auch Knorr selbst hält sich sehr bedeckt. In ihrer Presseerklärung schreibt sie nur: "Zur Begründung ist lediglich anzuführen, dass die Vertrauensbasis erheblich gestört ist und eine gedeihliche Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion nicht zu erwarten ist."

In weniger Ausschüssen

Diese Aussage bezieht sich eindeutig nur auf die Bezirkstagsfraktion. Nach dem Ausscheiden Knorrs gehören nur mehr Walter Schnell, der Bürgermeister von Kammerstein, und Armin Kroder, der Landrat aus dem Nürnberger Land, als Vertreter der Freien Wähler dem Bezirkstag an. Damit stehen der Wählervereinigung weniger Ausschusssitze mehr zu; bislang wäre sie in allen Bezirksausschüssen vertreten gewesen.