Einen ersten Blick in die Ausstellungsräume von Bernhard Belzer in der Niedern-dorfer Hauptstraße konnten die Mitglieder des Herzogenauracher Kunst- und Kulturvereins werfen. Bernhard Belzer, Schmiedemeister im Unruhestand und Maler, hat seine alte Schmiede zum Museum umgewidmet und in einem Teil des Anwesens einen Ausstellungsraum eingerichtet. Sein Anliegen ist es, Kunst und Handwerk zu verbinden.
Dieses Vorhaben hat ihm sein eigener Unruhestand erleichtert, er kann sich nun dem widmen, was ihm mehr gelegen hätte, wäre er nicht der einzige Sohn des Schmiedemeisters Otto Belzer gewesen. Den Schmiedemeister Bernhard Belzer ließ das Malen aber nie ganz los, er hat bereits seine Werke im Herzogenauracher Stadtmuseum ausgestellt und ist natürlich Mitglied im Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach. Rund zwei Dutzend Mitglieder des Vereins nahmen nun bei einer exklusiven Führung das neu geschaffene Museum in der Schmiede und die Gemäldegalerie in Augenschein.
Im Hofraum hat Belzer inszeniert, wie auf ein hölzernes Wagenrad ein eiserner Reif aufgezogen wird. Auch im Ausstellungsraum finden sich Objekte, die mit der Schmiede zu tun haben. Werkzeuge, die zum Hufbeschlag Verwendung fanden, aber auch der Krug seines Vaters, den er anlässlich seiner Meisterprüfung bekommen hat.
In der Gemäldegalerie verbindet sich ebenso Handwerk und Kunst. Das Beschlagen der Pferde mit Hufeisen war zu allen Zeiten ein beliebtes Motiv. Auch Belzer hat auf Leinwand gebannt, wie sein Vater den Pferden der Bauern von Niederndorf die Hufeisen aufnagelte. Eine Parallele dazu hängt in der Ausstellung, ein Werk von Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1712-1774), Hofmaler am sächsischen Hof.
Thematisiert hat Belzer mit seinen Gemälden sowohl Szenen aus dem Leben in Niederndorf, aber auch im Weltgeschehen findet er seine Motive. Zusätzlich hat er Gemälde, die ihm thematisch gefallen, angekauft. Viele davon sind in der Ausstellung zu sehen.


Zweite Künstlerin im Boot

Für seine Galerie mit den eigenen Bildern und Gemälden seiner Sammlung hat sich Belzer eine weitere Künstlerin mit ins Boot geholt. Eine große Wand hatte er dafür von Anfang an freigehalten. Karin Allar aus Neumarkt hat ihr Studium der bildenden Künste an der freien Akademie Faber Castell im mehrjährigen Haupt- und zweijährigen Aufbaustudium abgeschlossen. Danach besuchte sie zahlreiche Seminare bei namhaften freischaffenden Künstlern. Für sie steht der Mensch im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens, gerne thematisiert sie Situationen, die der Alltag mit sich bringt. Ihre Intention ist es, in einer schnelllebigen Zeit positive Aspekte sichtbar zu machen. Für ihre Gemälde arbeitet sie auf Papier, Stoff, Holz und Leinwand.
Für Belzer ist es zunächst ein Anliegen, all denen sein Museum zu präsentieren, mit denen er in künstlerischer Verbindung steht. Für sein kleines Museum mit der Gemäldegalerie in der Niederndorfer Hauptstraße 19 bietet er auf Anfrage unter Telefon 09132/630817 auch Gruppenführungen an. Feste Öffnungszeiten für sein Museum plant er ab Februar 2018.