Laut wurde auf der Aischer Kerwa zwar nicht über den tödlichen Unfall in Moosbach gesprochen, doch unter der Hand war zu erfahren, dass unter der Woche ausführliche Gespräche zwischen Bürgermeister Karsten Fischkal und den Kerwasburschen stattgefunden haben sollen, damit ein solches Unglück nicht wieder passiert.
Wie stellt man es trotzdem an, dem Aischer Motto, "wir stellen den schönsten und größten Baam auf in der Gmaa" treu zu bleiben? 33,30 Meter immerhin war sie lang, die ausgewählte Kirchweihfichte, kräftig gewachsen und kerzengerade. Zwei bis zweieinhalb Tonnen wiegt so etwas, wenn es noch voll im Saft steht, war aus dem Mund eines Schreiners zu erfahren, der sich ja wohl mit Holz auskennt.
"Genügend Leute - und mit dem ,Zassi‘ und dem ,Metzger‘ zwei erfahrene Ansager" so Kerwasbursch Stefan, der beim ebenso wichtigen richtigen Einschlagen ins Loch mithalf. "Wir sind 54 Mann und genau die richtige Mischung aus Älteren und Jüngeren. Von Nachwuchsproblemen ist glücklicherweise bei den Aascher Kerwasburschen nicht die Rede. Und dann richten sich auch wirklich alle genau nach dem, was angesagt wird - da kann nichts schiefgehen."


"Die Aasch schwimmt uns net fort"


Die gute Vorbereitung hat Früchte getragen: "Ruckerlasweise" zwar und dementsprechend länger dauernd, aber fast zentimetergenau, ohne großes Schwanken rutschte die gelb-schwarz geschmückte Fichte in das sogar noch vorsichtshalber vergrößerte Loch und stand.
Dass die Sache nicht in einer Stunde erledigt war und ihr anschließender obligatorischer Sprung in die Aisch sich damit verzögerte, störte die Kerwasburschen wenig. "Die Aasch schwimmt uns net fort und das Bier geht auf der Kerwa aa net aus".


Umweltfreundliche Beleuchtung

Damit man auch schon von Weitem und bei Tag und Nacht sieht, dass in Aisch Kerwa ist, wird der Baum sogar beleuchtet - mit Lichterketten, die durch zusätzlich am Kranz angebrachten kleinen Solarmodulen umweltfreundlich den nötigen Strom liefern.
Die Gefahr vor allem durch uneinsichtige Zuschauer, die bei den Wettrennen auf der Hauptstraße in den vergangenen Jahren immer wieder die Absperrungen ignoriert hatten, war beim diesjährigen Bierkastenstapeln nicht gegeben. Vier Mannschaften traten gegeneinander an - die "Basa's", "Die Junga", "Idiem" und "Die Fantastischen 3 + Peter". Gesichert war der jeweils Stapelnde mit einem Teleskoplader - wann auch immer der Bierkastenturm ins Schwanken geriet und zusammenstürzte, dem Mann an der Spitze konnte nichts passieren.
Gesiegt haben schließlich "Die Fantastischen 3 + Peter" mit zweimal 20 Kästen. Das als im Falle eines Unentschieden noch zusätzlich geplante "Querstapeln" wurde dann noch zur Gaudi angehängt. Auf 42 Kästen brachten es die Sieger: der Nickel, der Bufo, der Hack, der Olli und der Keegan.