"Weltmeisterkerwa" feierten die Aischer Kerwasburschen am Wochenende. Deshalb musste auch die Kerwasfichtn dazu passen: 32,5 Meter war sie lang und das Aufstellen am Samstag dauerte fast zwei Stunden - samt Einzug und Singpausen an den örtlichen Gastwirtschaften allerdings.

"So einen Baum müssen die anderen in der Gmaa erst einmal herbringen", zeigten sich Olli, Stefan, Manuel und die übrigen stolz auf ihr Prachtexemplar an Fichte. Es ist immer ihr Bestreben, von allen Ortsteilen samt Hauptgemeinde Adelsdorf die größte Kerwasfichtn zu präsentieren und bislang liegen sie eindeutig an der Spitze.

Kleinere Probleme - für das notwendig gewordene vierte Schwalbenpaar musste kurzfristig das dem Aufstellplatz in der Hauptstraße gegenüberliegende Grundstück mit einbezogen werden - wurden locker geregelt.
Und der Budenstand, der direkt neben dem Einstellloch seinen gewohnten Standplatz hat, wurde wie alle Jahre eben kurzfristig beiseite gerollt. Ihn an seinen Platz zurückzustellen, wenn die Fichte aufgerichtet ist, war wie immer Ehrensache.

Und obwohl die letzten Schübe von einem schon die ganze Zeit drohenden Gewitter eingeholt wurden - den traditionellen Sprung in die Aisch nach dem Baumaufstellen versagten sich die Burschen nicht. Es wurde eben ein wenig zugewartet und kaum war die Gefahr vorbei, ging's ab in den Fluss.

Die Aascher Burschen packten beim Aufstellen mit 30 bis 40 Mann an. Mit von der Partie war wieder der Markus, der bereits den 18. Baum aufstellte. Zehn Bäume will er noch packen, bis sein Sohn Sebastian 16 Jahre alt ist. "Bei einem sind wir dann noch gemeinsam dabei, dann kann er meinen Platz einnehmen." Sebastian selbst würde ja gerne jetzt schon mitmachen, aber er muss halt warten, bis er das Mindestalter erreicht hat.

Beim Lochausgraben und wo er sonst mitmachen darf, ist er jedoch jetzt schon feste mit dabei. Die jüngsten Kerwasbesucher waren übrigens die Zwillinge Liam und Samu. Gerade mal eine Woche alt, durften sie natürlich die wichtigste Jahreszeit in Aisch nicht verpassen.

Begonnen hatte die Aascher Kerwa schon am Dienstag mit dem Bieranstich. Einen souveränen Schlag brauchte Bürgermeister Karsten Fischkal und das Bier floss. Ein wenig Vorfeiern am Mittwoch und Donnerstag folgte. Dann kam der Freitag mit dem großen Programmbeginn. Ein Bobrennen hatten sich die Burschen für heuer ausgedacht. Vier Mannschaften traten gegeneinander an. Baasa, Black Beauty, Brotzeit-Bob und Herbert's Bob brausten die Hauptstraße hinunter - sehr zum Vergnügen der zahlreichen Zuschauer, die den Straßenrand säumten.

Wobei bei Baasa von "Brausen" nicht direkt die Rede sein konnte. Ein Achsbruch zwang Haschi, Goober, Kreisl und Copilot zur Improvisation: Mit vereinten Kräften trugen sie ihr Gefährt übers Ziel - ankommen war schließlich alles. "Wir haben die physikalischen Kräfte der Aascher Hauptstraße unterschätzt", nahmen sie es mit Humor. Gewonnen hat am Ende Herbert's Bob. "So sehen eben Sieger aus" strahlten Fabian Stenglein, Peter Hack, Christian Postler und Florian Galster.