• A73 bei Baiersdorf: Luke Zucker hat nach schwerem Unfall eine Gehirnerschütterung
  • 28-Jähriger möchte sich nach Unfall auf Autobahn entschuldigen
  • Nach einem schönen Telefonat mit einem seiner Ersthelfer hofft er auf weitere Begegnungen

Nicht oft kommt es vor, dass sich ein Unfallverursacher öffentlich entschuldigt und den Kontakt zu seinen Ersthelfer*innen sucht. Luke Zucker aus Forchheim aber hat sich zu diesem Schritt entschieden. Am Mittwoch (24. November 2021) habe er das Krankenhaus verlassen können, nachdem er am Montagabend (22. November 2021) auf der A37 zwischen Nürnberg und Bamberg einen Lkw gerammt hatte, sich mit seinem Wagen überschlug und 60 Meter über die Autobahn schlitterte

"Ihr seid Helden!": Unfallverursacher sucht Ersthelfer*innen

"Ich suche die Menschen, die sofort zur Hilfe eilten und mir geholfen haben. Um mich ganz herzlich zu bedanken! Auch den Lkw-Fahrer, dem ich hintendrauf gefahren bin, suche ich... um mich bei ihm zu entschuldigen. Es tut mir leid! Ich hoffe ihr habt das alles gut verarbeiten können. Ich danke allen, die da waren für eure großartige Menschlichkeit! Ihr seid Helden! Ich würde mich freuen von euch zu hören."

Mit diesem Statement wendet der junge Mann sich am Donnerstag (25. November 2021) in einer lokalen Facebook-Gruppe an die Community. Viele warme Worte kommen ihm daraufhin entgegen und er beteuert in einer Antwort auf einen Kommentar: "Wollte keine Aufmerksamkeit für mich, sondern möchte diese tollen Menschen finden."

Die Polizei gab in ihrem Bericht an, dass die Unfallursache Ablenkung durch ein Telefonat gewesen sein könnte. In einem Gespräch mit inFranken.de schildert Zucker das Geschehnis aus seinen Erinnerungen etwas anders. 

Wohl 15 Ersthelfer*innen - Unfallfahrer kann sich selbst befreien

"Ich war sehr aufgelöst an diesem Abend. Von 8 bis 16 Uhr war ich auf der Arbeit, dann hatte ich Nachhilfe, danach war ich noch bei Freunden und anscheinend habe ich meine Konzentration ein bisschen überschätzt", schildert er. Er habe einfach den Lkw nicht mehr wahrgenommen. Nicht während der Fahrt habe er telefoniert, sondern als er schließlich kopfüber in seinem Auto hing, habe er sein Handy eine Person anrufen lassen. Ihr habe er dann gesagt: "Es ist was passiert, ich hatte einen Unfall."

"Dann schaute jemand in mein Auto und fragte, ob es mir gut geht", führt er aus. Dieser Autofahrer sei aber nicht der einzige gewesen. Über seinen Facebook-Aufruf habe Zucker Kontakt zu einem der ersten Anwesenden aufnehmen können. "Es tat gut, mit ihm zu reden. Er erzählte mir, dass etwa 15 weitere Personen angehalten hätten, um zu helfen." Doch viel hätten sie zum Glück nicht eingreifen müssen, denn der 28-Jährige habe es von sich aus geschafft, aus dem Wagen zu klettern. "Nachdem ich das Auto gestern ausgeräumt und gesehen habe, wie es in Echt aussieht, kann ich es kaum glauben."

Er habe in seinem aufgelösten Zustand den Ersthelfer*innen nur sagen wollen, dass es ihm gut gehe und sich niemand Sorgen machen solle. Er sei auf dem Standstreifen kaum zur Ruhe gekommen, "weil ich einfach nicht begriffen habe, dass das Auto da liegt, ich hier stehe und ich immer noch rumlaufen kann." Nach wenigen Minuten seien auch die Rettungskräfte eingetroffen. "Ich bin überglücklich, dass ich niemand anderen verletzt habe und niemand einen Verlust erleiden muss." Nun hofft er, sich bei weiteren Ersthelfer*innen bedanken zu können und auch den körperlich unversehrten Lkw-Fahrer zu finden.