Autobahn-Großprojekt: A3-Ausbau in Franken nach sechs Jahren fertig
Autor: Julian Drescher
Franken, Dienstag, 04. August 2026
Der A3-Ausbau ist nach sechs Jahren Bauzeit in Franken abgeschlossen. Die Autobahn verfügt jetzt durchgehend über sechs Fahrbahnen.
Die A3 zwischen Würzburg und Nürnberg galt lange als Nadelöhr für Pendler und Reisende. Staus, Unfälle und zäher Verkehr gehörten auf dem stark befahrenen Abschnitt zum Alltag. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Strecke einst als "Leidensstrecke der Franken".
Nun ist das Ende der Bauarbeiten erreicht: Am Montag (3. August 2026) wurde der sechsstreifige Ausbau der A3 zwischen den Autobahnkreuzen Biebelried und Fürth/Erlangen offiziell für den Verkehr freigegeben. Die feierliche Verkehrsfreigabe fand an der Tank- und Rastanlage Aurach-Nord (Landkreis Erlangen-Höchstadt) statt, wie das Bundesministerium für Verkehr mitteilte.
Nach sechsjährigem A3-Ausbau in Franken: Bundesverkehrsminister Bilger gibt Autobahnbereich offiziell frei
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und Dirk Brandenburger, Geschäftsführer Technik der Autobahn GmbH des Bundes, gaben den 76 Kilometer langen Streckenabschnitt gemeinsam frei. "Wir arbeiten am Comeback der Infrastruktur", erklärte Bilger laut Pressemitteilung. Die A3 sei eine bedeutende Europastraße im transeuropäischen Verkehrsnetz und zähle zu den meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands.
Der Bund habe für das Projekt 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. "Damit schaffen wir eine leistungsfähige Verkehrsverbindung, die den heutigen Anforderungen gerecht wird", so der Bundesverkehrsminister weiter.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter zeigte sich ebenfalls erfreut: "Ich freue mich außerordentlich, dass wir mit der heutigen Verkehrsfreigabe den sechsstreifigen Ausbau der A3 zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Frankfurt Rhein-Main komplettieren." Das bringe die langersehnte Entlastung für alle, die täglich auf dieser Verkehrsachse unterwegs seien.
Größtes öffentlich-privates Infrastrukturprojekt Deutschlands abgeschlossen
Der A3-Ausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in öffentlich-privater Partnerschaft, das jemals in Deutschland durchgeführt wurde. Die Bauarbeiten begannen im Juli 2020 mit einem feierlichen Spatenstich durch den damaligen Ministerpräsidenten Markus Söder und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Ursprünglich war die Fertigstellung für Ende 2025 vorgesehen.
Das Projekt umfasst weit mehr als die reine Fahrbahnverbreiterung, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Laut Dirk Brandenburger wurden demnach auf rund 18 Kilometern ein lärmoptimierter Fahrbahnbelag eingebaut und neue Lärmschutzanlagen mit bis zu zehn Metern Höhe installiert. Zudem seien 90 Bauwerke neu errichtet und acht Anschlussstellen modernisiert worden. Auch neue Rastplätze für Lkw-Fahrer wurden geschaffen.