Fünfmal hat Landrat Eberhard Irlinger (SPD) bei seinen Mitarbeitern nachgefragt, so wenig konnte er die Zahlen glauben. In der Schulausschusssitzung fragte der die Kreisräte, für wie hoch sie die Übertrittsquote ins Gymnasium halten. 40, 50 Prozent wurden in den Raum geworfen. Mit einem gewissen Wagemut in der Stimme rief einer: 60 Prozent.

Selbst er hatte zu niedrig gegriffen: Es sind 62 Prozent der Viertklässer. Eine Zahl, die nach Irlinger "dem Bildungslandkreis" gut zu Gesicht steht. Er selbst glaubte aber, die Tendenz ginge stärker zur Realschule. Sie wählen die Eltern von 19 Prozent des letzten Grundschuljahrgangs. Und ebenfalls 19 Prozent wechseln an die Mittelschule, ehemals Hauptschule.


Doris Wüstner (CSU) aus Herzogenaurach kommentierte die hohe Zahl der Gymnasiasten mit der Frage: "Und wie viele davon machen Abitur? "Am Gymnasium in Herzogenaurach sind es deutlich über die Hälfte", wusste Irlinger von der Entlassfeier.

Wahlverhalten der Gemeinden sehr unterschiedlich

Das ist der Kreisdurchschnitt. In den einzelnen Gemeinden ist das Wahlverhalten sehr unterschiedlich. So geht im Herbst kein Spardorfer Schüler in die fünfte Klasse einer Mittelschule. Unter zehn Prozent sind auch die Quoten in Bubenreuth, Hemhofen und Uttenreuth. In Mühlhausen dagegen wählten über 40 Prozent der Eltern diesen Bildungsweg. Knapp unter der Marke liegen Röttenbach und Eckenhaid.

Überdurchschnittliche Gymnasialzahlen haben Adelsdorf, Baiersdorf, Bubenreuth, Eckenhaid, Großenseebach, Hemhofen, Heroldsberg, Kalchreuth, Lonnerstadt, Möhrendorf, Spardorf, Uttenreuth und auch die private Grundschule Liebfrauenhaus in Herzogenaurach. Mit 40 Prozent hat die Grundschule Röttenbach die niedrigste Quote.

Sehr unterschiedlich sind die Prozentzahlen, wie viele Kinder an Realschulen wechseln. Hier scheint die Nähe des Schulstandorts eine Rolle zu spielen. So sind es im Eckentaler Ortsteil Brand nur vier Prozent in Eckenhaid zehn und in Eschenau elf. Verständlich, denn das Gymnasium ist in der Kommune, zur Realschule muss weit gefahren werden.

20 und mehr Prozent Wechsler an Realschulen haben die Grundschule Hannberg, Herzogenaurach, die Anton-Wölker-Schule in Höchstadt, die direkt neben der Realschule liegt, Höchstadt-Süd, Lonnerstadt, Möhrendorf, Mühlhausen, Niederndorf, Röttenbach, Spardorf und Weisendorf.

Trotzdem sinken die Zahlen der Schüler in den Eingangsklassen der Gymnasien. Am deutlichsten in Eckental. Hier gibt es im kommenden Schuljahr nur fünf Eingangsklassen mit 151 Schülern. Im laufenden Schuljahr sind es sechs mit 187 Schülern. Steigende Schülerzahlen in der Fünften hat nur das Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf.

Trendumkehr in Höchstadt

Insgesamt ist die Schülerzahl an den vom Kreis unterhaltenen Schulen fast konstant. Sind es aktuell 8591 Schüler, sinkt ab Herbst ihre Zahl auf 8565. Für die Realschulen in Höchstadt und Herzogenaurach sind nach Irlinger die leicht rückläufigen Zahlen "ein Stück weit Normalisierung". In Höchstadt scheint es eine Art Trendumkehr zu geben.

Inwieweit die räumliche Enge an der Realschule und die Generalsanierung des Gymnasiums bei der elterlichen Entscheidung eine Rolle gespielt haben, muss Spekulation bleiben. Bei den Herzogenaurachern spielen auch Schüler aus dem benachbarten Landkreis Fürth eine Rolle.