Leergeräumte Regale im Adelsdorfer Supermarkt, reger Pendelverkehr zu den Bahnhöfen in Erlangen, Forchheim und Bamberg, singende Scharen in seltsamer Kleidung auf dem Bierkeller - seit dem 15. Mai mehren sich die Anzeichen, dass im Aischgrund etwas passiert.

Folgt man diesen Besuchern zu ihrem "Nest", trifft man auf einer idyllisch mitten in Wald- und Weiherlandschaft Wiese auf eine stetig wachsende Ansammlung vorwiegend schwarzer Zelte - sogenannte Kothen und Jurten.

Auf einem Areal, auf dem nahezu 20 Fußballfelder Platz hätten, finden derzeit die Vorbereitungsarbeiten für ein großes Pfadfinderlager statt: Der Deutsche Pfadfinderverband e.V. (DPV), ein interkonfessionell und parteipolitisch unabhängiger Dachverband, der die Interessen von etwa 29 000 Jugendlichen im Alter von 7 bis 17 Jahren im gesamten Bundesgebiet vertritt, veranstaltet in diesem Jahr sein Großlager im Aischgrund bei Haid. Rund 4000 Pfadfinder aus insgesamt 13 deutschen Pfadfinderbünden werden hier Lagerfeuerromantik erleben, abenteuerliche Spielideen Wirklichkeit lassen, sich handwerklich und kreativ betätigen, viele neue Eindrücke und vor allem Freunde gewinnen.

2,1 km Rohrleitungen verlegt

Damit das alles reibungslos ablaufen kann, sind viele Vorbereitungen nötig (wir berichteten) und deshalb treffen seit Ende letzter Woche immer mehr Pfadfinder ein und helfen mit, auf der grünen Wiese eine temporäre Stadt aus schwarzen Zelten entstehen zu lassen. Innerhalb von fünf Tagen wurde ein vollständiges Wassernetz aufgebaut. Dafür wurden 2,1 km Rohre über- und unterirdisch verlegt. Waschrinnen wurden gebaut, Rohre zusammengelötet und insgesamt 170 Wasserhähne installiert. 80 Strohballen aus Nainsdorf gestalten die großen "Jurtenburgen" - wahre Meisterwerke der Zeltbaukunst - wohnlich und sogar einen feuerbeheizten Pool haben die Pfadfinder konstruiert.

Spätestens jetzt wird klar, was für eine logistische Meisterleistung die Planung und Umsetzung eines Pfadfinderlagers dieser Größenordnung ist. 2015, das zehnte DPV-Großlager seit 1974, ist eine kleine Welt für sich, die dem Austausch untereinander und dem Entdecken von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Freundschaften dient. Bei Aktionen und Spielen schauen die Teilnehmer über ihren Tellerrand hinaus, erweitern ihren Horizont, erleben das Miteinander und lernen dabei auch ihre Gastgeber im Aischgrund kennen. Um diesen Kontakt möglichst übersichtlich und harmonisch zu gestalten, werden Besucher gebeten, sich nicht auf eigene Faust auf den Weg zum Lagerplatz zu machen.


Appell der Veranstalter