Die Radverbindung zwischen den Landkreisen Coburg und Lichtenfels ist zwischen den beiden Gemeinden Weidhausen und Michelau unbefriedigend. Ein Lückenschluss des Radwegenetzes ist dringend notwendig. Deshalb hat der Gemeinderat Weidhausen im September letzten Jahres einstimmig dem Antrag der Freien Bürger zugestimmt. Demnach soll der Radwegebau entlang der Staatsstraße 2191 zwischen Trübenbach und Lettenreuth sowie entlang der Kreisstraßen CO 11 und LIF 9 zwischen Neuensorg und Neuensee forciert werden.

Um zu eruieren, welche Verbesserungen für die Radwegeverbindungen zwischen den beiden Gemeinden beziehungsweise den Landkreisen Coburg und Lichtenfels in diesem Bereich möglich sind, begaben sich rund 25 Vertreter der Gemeinden Weidhausen und Michelau sowie des Kreistags und der Stadt Lichtenfels mit ihren Fahrrädern auf Besichtigungstour. Derzeit gibt es eine ausgewiesene Radwegverbindung zwischen Trübenbach (Landkreis Coburg) nach Marktgraitz (Landkreis Lichtenfels). Und wer von Weidhausen direkt nach Neuensee radeln möchte, der kann immerhin auf den Wegen über die Mühlgasse durchs Rödertal fahren. Diese Route ist mit einem grünen Radwegschild und Richtungspfeil beschildert.

Auf die Autostraße ausweichen ist nicht gut

Äußerst schwierig ist es dagegen für die Radfahrer, die aus Richtung Sonnefeld nach Neuensorg kommen und weiter nach Neuensee wollen. Sie müssen entweder auf der Kreisstraße fahren oder auf die Wanderwege ausweichen, die über Seehof führen, oder über Weidhausen fahren. Hier müsse die Situation verbessert werden, mit Blick auf den zunehmenden Radverkehr und die Tatsache, dass die Radwege nicht durchgängig die beiden Landkreise miteinander verbinden, finden die Antragssteller.

Manfred Künzel (FB Weidhausen, Neuensorg, Trübenbach) ist sich sicher, dass es auch Fördermittel geben dürfte, da es derzeit verschiedene Programme gebe. "Klar ist, dass die Gemeinden Michelau und Weidhausen neben einer Staats- oder Kreisstraße, wie es zwischen Neuensorg und Neuensee der Fall ist, keine Radwege bauen können", sagte Künzel.

Er begrüße es, dass sich auch der Kreistag Coburg mit dem Thema Radverkehr beschäftige. Im April hat der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität des Landkreises Coburg ein Radverkehrskonzept beschlossen, um unter anderem Lücken im Wegenetz zu schließen und sich ebenfalls landkreisübergreifend abzustimmen.

Stopps an problematischen Stellen

Während der Besichtigungstour wurden an neuralgischen Punkten Stopps eingelegt. Am Ortsrand von Neuensorg wurde beispielsweise deutlich, dass hier auch eine Verbesserung der Sicherheit von Fahrradfahrern und Fußgängern durch die Fortführung des bereits bestehenden Fuß- und Radwegs sinnvoll wäre. Direkt am Ortsausgang von Neuensorg hört dieser Weg an der Landkreisgrenze auf. Bis zum Abzweig für die Wanderwege, die sich in den Lichtenfelser Forst hinein erstrecken, sind es zwar nur wenige Hundert Meter, die müssen aber Radler oder Fußgänger auf der Kreisstraße zurücklegen. Würde der bestehende Weg weiter auf der Kreisstraße LIF9 bis zum Wanderweg-Abzweig verlängert werden, wäre schon viel für die Sicherheit von Radlern und Fußgängern getan. Außerdem könnte dieser Abschnitt der Anfang für einen kompletten Weg entlang der Kreisstraße bis nach Neuensee sein.

Manfred Künzel hofft, dass sich die betroffenen Kommunen und Behörden an einen Tisch setzen und das Thema gemeinsam vorantreiben. Schließlich hätten alle etwas davon. Das sieht auch die Lichtenfelser Kreisrätin Susann Freiburg (Bündnis 90/Die Grünen) so. Es müsse auf jeden Fall nachgehakt werden, inwieweit das Wegenetz im Landkreis Lichtenfels weiter verbessert werden könne.

Interkommunale Zusammenarbeit als Lösung

Demnach sei es wichtig, Kontakt zum Landkreis Coburg aufzunehmen und sich auf Kreisebene auszutauschen. Von dieser Art der interkommunalen Zusammenarbeit profitierten die beiden Gemeinden Weidhausen und Michelau gleichermaßen, ist der Michelauer Bürgermeister Jochen Weber (CSU). Bei der Tour betonte er: "Die Idee ist eine super Sache."