Die uns bekannten Bauten der Vestestadt einmal in ganz klein sehen: Das kann man zur Zeit auf einem Gelände auf der Ernstfarm Coburg. Dort liegt nämlich eine Zwergenwelt in Original-Anordnung verborgen zwischen den Bäumen. Von der Rosenauer Burg am Rittersteich kann man über das ehemalige innere Ketschentor zum Schlossplatz gelangen und dort die sonst so pompösen Bauten nun in filigranem Miniaturformat bestaunen.
Seit August 2010 arbeiteten insgesamt über 130 Menschen daran, historische Gebäude der Stadt detailgetreu im Maßstab 1:25 nachzubauen. Bis Ende Oktober können diese in Führungen auf Anfrage betrachtet werden. Danach werden sie mit Carboards überdacht, um für den Winter gerüstet zu sein.
Spätestens im Mai 2015 erwachen sie dann aber und können wieder besichtigt werden.
"Es ist schön, zu wissen, was man gemacht hat, wenn der Tag rum ist", sagt Michael Schelhammer, einer der Teilnehmer am Projekt "Miniatur", das der Jobcenter Coburg Stadt zusammen mit der ortsansässigen Geschäftsstelle des Berufsförderungswerkes Nürnberg gemeinnützige GmbH durchführt. Mit dieser Maßnahme sollen Menschen, die längere Zeit arbeitslos waren, wieder an den Arbeitsalltag gewöhnt werden, berufsfachliche Fähigkeiten erlernen und das Arbeiten im Team kennen lernen. "Außerdem erfahren sie Wertschätzung, die so enorm wichtig ist. Sie spüren, dass sie gebraucht werden und etwas wirklich Wertvolles erschaffen können", erläutert Anja Boller, Geschäftsstellenleiterin des BFW Nürnberg.

Neue Perspektiven entwickeln

Meistens nehmen die Arbeitssuchenden sechs Monate am Projekt teil, das stets mit 18 Mitarbeitern besetzt ist. Sie entwickeln dadurch neue Perspektiven und bisher konnten sogar elf Teilnehmer in Arbeit vermittelt werden. "Mir machen die Feinarbeiten am meisten Spaß", sagt Schelhammer.

Alles in Originalmaterialien

Sein Teamkollege Adil Birinei kümmerte sich vor allem um die Gartenarbeit und die Weggestaltung rund um die historischen Gebäude. Die Bauten wurden dabei allesamt aus Originalmaterialien hergestellt.
Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch der Spracherwerb für Ausländer. Da sie bei der Arbeit ausschließlich deutsch sprechen, können sie nebenbei ihre Sprachfähigkeiten verbessern, was ihnen wiederum die Jobsuche erleichtert.

Besichtigung Beim Herbstmarkt auf der Ernstfarm, der am 4. und 5. Oktober stattfindet, ist das Gelände mit den Gebäuden offen.

Anmeldung Wer danach eine Führung möchte, muss sich anmelden, Telefon 09561/239212 oder 0175/ 4829271.