Die Stellungnahme von Annette Gräfin zu Ortenburg im Wortlaut:

"Der Wildpark Schloss Tambach, als eine der besucherstärksten touristischen Attraktion im Landkreis aber auch südthüringschen und angrenzenden oberfränkischen Raum, kann trotz jahrelanger Bemühungen und trotz großem Einsatz nicht kostendeckend betrieben werden. Das Defizit wurde seit Jahren durch andere Betriebszweige der Gräflich Ortenburg`schen Verwaltung ausgeglichen. Daher hat sich die Familie Graf zu Ortenburg schweren Herzens entschieden, den Park Ende des Jahres für die Besucher zu schließen. Diesen Entschluss hat die Familie sich nicht leicht gemacht, da sie emotional sehr eng mit dem nunmehr seit 44 Jahren bestehenden Park verbunden ist. Der Wildpark ist überwältigt von der immensen Anteilnahme der Bevölkerung aus dem ganzen Landkreis, der Stadt Coburg und darüber hinaus und bedankt sich dafür bei allen sehr.


Der Park mit jährlich 70.000 bis 80.000 Besuchern hat seit seiner Eröffnung im Jahr 1972 ca. 3,5 Millionen Besucher begrüßt und zählt somit zu den wichtigen Tourismusbetrieben in Nordbayern. Als Zoo für heimische Wildtiere und Greifvögel hat das Bayerische Kultusministerium den Wildpark als Bildungseinrichtung ausgewiesen und er ist vom Deutschen Wildgehege Verband als Umweltbildungseinrichtung zertifiziert. Der historische Schlosspark stellt für Besucher, die Freude an Parks und Gärten haben, eine zusätzliche Attraktion. Die Besucherstruktur des Parks geht von Jung bis Alt. Vielen Schulen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen des Landkreises bietet die Einrichtung eine wichtige Möglichkeit, Natur zu erleben und die Wechselwirkung zwischen Tieren und ihrer Umwelt zu erfahren. Verschiedenste Veranstaltungen im Park, wie die tägl. Fütterungstouren zu Wolf, Luchs und Fischotter, die Flugvorführungen mit Greifvögeln sowie die verschiedensten Morgen- und Abendführungen bringen allen Besuchern die Tiere und ihre Lebensgewohnheiten näher. Speziell für Kinder wird in diesem Jahr unter fachlicher Anleitung und Betreuung "Wir sind Tierpfleger" und "Schnupperangeln" angeboten. Ca. 2000 Besucher im Landkreis haben eine Familienjahreskarte, mit der sie regelmäßig den Park besuchen. Darüber hinaus bietet der Park jährlich Praktikanten/- innen die Möglichkeit, in den Bereich Tierpflege und Zoobetrieb Einblicke zu erhalten.

Als Saisonbetrieb sind neben ehrenamtlichen Helfern inklusive der Gastronomie zwischen 12 - 18 Mitarbeiter beschäftigt, darunter auch ältere Mitarbeiter, die mehr als 25 Jahre im Betrieb sind.

Vor knapp zwei Wochen wurden die wichtigsten politischen Mandatsträger, wie Landrat Michael Busch, die Fraktionsvorsitzenden des Landkreises, der Oberbürgermeister der Stadt Coburg Norbert Tessmer sowie der Landtagsabgeordente J.W. Heike und der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans Michelbach über die Schließung informiert. Gleichzeitig wurden mit dem Schreiben die politischen Mandatsträger eingeladen, gemeinsam mit der Familie Graf zu Ortenburg ein Konzept zu erarbeiten, um den WildPark für die Bevölkerung in der Region weiterhin zu erhalten. In diesem Schreiben hat Graf zu Ortenburg ausdrücklich bekundet, sich zu freuen, wenn es gemeinsam gelingen würde, den Wildpark dauerhaft zu erhalten. Für Gespräche sei er jederzeit offen. Ein mögliches tragfähiges Konzept sollte jedoch vor den Sommerferien, also bis Ende Juli 2014, erarbeitet werden, zumindest aber angedacht werden, da für die betrieblichen Planungen in Bezug auf den Abbau eine Vorlaufzeit besteht. Klar ist, dass der Betrieb sich allein aus Eigenmitteln nicht weiter aufrecht erhalten kann. Wir leben in einem ländlichen Gebiet, das sich im Hinblick auf die Einwohnerzahl und damit verbunden die möglichen Einnahmen nicht mit einem Ballungsräumen, wie München oder dem Großraum Nürnberg, Erlangen, Fürth vergleichen lässt. Trotzdem hat die Familie so lange es für sie tragbar war, versucht, auch dieser, unserer ländlichen Struktur das Erleben von Natur und Wild zu ermöglichen.

Bisher haben sich die kommunalen Politiker mit Ausnahme des Bürgermeisters der Gemeinde Weitramsdorf mit Graf zu Ortenburg nicht in Verbindung gesetzt. Unterstützung wurde bisher nicht zugesagt. Mit der Regierung von Oberfranken wird es in der kommenden Woche ein Gespräch geben.

Der Wildpark verkauft seit der Bekanntgabe der Schließung keine Familienjahreskarten, wohl aber die Saisonkarte, deren Preis sich monatlich reduziert. Die über das Jahr 2014 hinaus gültigen Jahreskarten, werden anteilig im Januar 2015 bei Einreichung erstattet, so dass kein finanzieller Verlust für Familien entsteht.
Graf zu Ortenburg bedauert diesen nunmehr eingeschlagen Weg sehr, bittet um das Verständnis der Bevölkerung und bedankt sich im Namen der ganzen Familie bei allen sehr, die diesen Park besucht und emotional unterstützt haben und in diesem Jahr noch werden. "