• Wildpark Tambach: Besitzerin macht ihrem Ärger über Maßnahmen Luft
  • Auf Facebook erntet sie viel Zuspruch
  • "Es reicht!": Wildpark-Führerin moniert Ungleichheit bei Corona-Maßnahmen

Annette Gräfin zu Ortenburg führt den Wildpark Schloss Tambach. Kürzlich verfasste sie einen Post auf Facebook, indem sie die Corona-Maßnahmen und deren Ausführung, unter anderem mit den Worten "Es reicht!" scharf kritisierte. Dafür bekam sie viel Zuspruch. "Es hat mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin", berichtet sie im Gespräch mit inFranken.de.

Maßnahmen im Wildpark Tambach: "Offensichtliche Willkür"

"In erster Linie rege ich mich als Bürgerin auf", berichtet die Gräfin. Sie hatte vor kurzem ein Erlebnis, das sie zutiefst verärgert habe. "Ich war im Gartencenter einkaufen", sagt sie, "natürlich mit FFP2-Maske, aber ohne negativen Test oder Anmeldung, die wird dort nicht benötigt." Der Einkauf schockte sie. "Es war rappelvoll. Niemand konnte die Abstände einhalten", so die Gräfin. "Eigentlich war es wie vor der Pandemie." Und das, obwohl im Coburger Landkreis die Inzidenz zuletzt bei knapp 300 lag. "Es ist absurd."

Zu Hause im Wildpark schmerze sie der direkte Vergleich: "Der Park ist über 50 Hektar groß und ausschließlich an der frischen Luft." Trotzdem müssen Gäste nicht nur FFP2-Maske auf dem gesamten Gelände tragen, sondern auch einen negativen Schnelltest vorweisen und sich für einen Besuch anmelden. "Wenn es eine einheitliche Regel gäbe, dann fände ich die Maßnahmen in Ordnung", sagt sie. Aber im Gartencenter müsse sich niemand registrieren, von einem negativen Test ganz zu schweigen. "Diese offensichtliche Willkür ist für mich unverständlich." 

"In einem Supermarkt ist mehr los als in jedem Park", so die Gräfin. "Und in öffentlichen Parks herrscht ja auch keine Maskenpflicht." Warum sie dann im Wildpark vorgeschrieben wird, könne sie nicht verstehen. "Außenanlagen sind Außenanlagen, warum wird es nicht gleich behandelt?" 

Landesgartenschau Ingolstadt: "Himmelschreiende Ungerechtigkeit"

Aktuell findet in Ingolstadt die Landesgartenschau statt. "Im Prinzip ist das auch ein Park", so die Gräfin. "Aber dort gelten nicht die gleichen Regeln wie bei uns." Zwar muss man sich auch dort vorher anmelden, FFP2-Maskenpflicht gilt aber nur in bestimmten Bereichen, nicht auf dem ganzen Gelände. "Da frage ich mich dann schon: Warum macht die Regierung es den Parks so schwer?" Sie fühle sich vom Freistaat gegängelt. "Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit." 

Auch der Wildpark Hundshaupten ist aktuell für Besucher geöffnet. Das müssen sie bei einem Besuch beachten.