Coburgs Unternehmen spüren immer mehr Druck durch chinesische Konkurrenz. Die Unternehmen fordern faire Wettbewerbsbedingungen.
Eine aktuelle DIHK-Sonderumfrage zum Wettbewerb mit China zeigt: Chinesische Unternehmen werden für die bayerische Wirtschaft zu immer stärkeren Konkurrenten. 78 Prozent der befragten bayerischen Unternehmen nehmen einen zunehmenden Wettbewerbsdruck wahr. Dieser ist längst nicht mehr auf China beschränkt, sondern wird zunehmend auch in Deutschland und im europäischen Binnenmarkt spürbar.
Für den stark industriell geprägten und exportorientierten Wirtschaftsraum Coburg ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Exportquote des Verarbeitenden Gewerbes allein in der Stadt Coburg liegt bei 73 Prozent. "China ist für unsere Unternehmen Absatzmarkt, Beschaffungsmarkt und Wirtschaftspartner – zugleich aber ein immer stärkerer Wettbewerber. Gerade für eine exportorientierte Industrieregion wie Coburg brauchen wir deshalb faire Wettbewerbsbedingungen und einen Standort, an dem unsere Unternehmen ihre Stärken auch international ausspielen können", betont IHK-Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel.
Die bayerischen Unternehmen reagieren auf den wachsenden Druck vor allem mit Kostensenkungen, Produktinnovationen und der Erschließung neuer Absatzmärkte. Ein Rückzug ist für die große Mehrheit keine Option. Auch bundesweit zeigt die Befragung, dass chinesische Unternehmen längst nicht mehr nur über den Preis konkurrieren, sondern bei Technologie, Qualität und Innovation deutlich aufgeholt haben.
Gleichwohl sehen die Unternehmen noch weitere, überwiegend hausgemachte Gründe für ihre angespannte Lage: Hohe Arbeits- und Energiekosten sowie immer weiter zunehmende Bürokratie schwächen die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. "Wenn hohe Kosten und überbordende Regulierung unsere Unternehmen ausbremsen, müssen wir diese Probleme bei uns lösen. Gleichzeitig muss Europa dort geschlossen und konsequent auftreten, wo tatsächlich Wettbewerbsverzerrungen bestehen", so Hauptgeschäftsführer Schnabel. Die bayerischen Unternehmen erwarten deshalb vor allem ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegenüber China. Aus Sicht der IHK zu Coburg geht es dabei nicht um Abschottung, sondern um faire Spielregeln, offene Märkte und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in Europa.
Auch die bundesweite Auswertung der DIHK-Umfrage bestätigt diese differenzierte Haltung: Die Unternehmen fordern einerseits ein entschlosseneres Vorgehen gegen Wettbewerbsverzerrungen, warnen andererseits aber vor pauschalen Zöllen und zusätzlichen Belastungen. Ziel müsse fairer Wettbewerb statt eines Handelskonflikts sein.
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