Das Leben eines Paares aus Untersiemau (Landkreis Coburg) hat sich seit der Geburt ihres mittlerweile vierjährigen Sohnes Elias drastisch verändert. Denn der kleine Junge braucht rund um die Uhr Betreuung. Nun bitten sie um Hilfe.
- Untersiemauer Paar pflegt kranken Sohn Elias - 24/7-Versorgung nötig
- Schwerer Sauerstoffmangel bei Geburt hat fatale Folgen
- "Auf dem Stand eines Neugeborenen": Eltern können nicht mehr arbeiten
- Pflegekräfte gesucht: woran Elias genau leidet
Mit sehr viel Liebe für ihren kleinen "Kämpfer" Elias äußern sich seine Eltern Laura Madlener und Lars Kunzelmann aus Untersiemau (Landkreis Coburg) - und gleichzeitig ist der Alltag seit dessen Geburt am 7. Juni 2019 vollkommen anders, als sie es zuvor erträumt hatten. "Die geplante Weltreise muss umdisponiert werden. Sie findet in Elias Welt statt", heißt es auf der eigenen Webseite. Vater Lars verdeutlicht im Gespräch mit inFranken.de: "Alles dreht sich um Elias." Das Paar könne nicht mehr arbeiten, geschweige denn einmal wegfahren. Zwölf Pflegekräfte arbeiteten derzeit für die Familie, doch es würden noch weitere gebraucht. Die Hoffnung, fündig zu werden, ist groß.
Elias (4) aus Untersiemau erleidet bei Geburt schweren Sauerstoffmangel - Baby zunächst im Koma
Wie es auf der Webseite der Familie heißt, kam zunächst Elias' zwei Jahre älterer Bruder Luis gesund auf die Welt. Für die Zeit nach Elias' Geburt plante die Familie, die Welt zu bereisen. Aus Sicht des Jungen heißt es im Text: "Deshalb verkauften meine Eltern ihr Hab und Gut und kündigten unsere Wohnung."
Doch es sollte anders kommen. Weil Elias über dem errechneten Geburtstermin gewesen sei, sollte er durch eine eingeleitete Geburt auf die Welt kommen. Laut der Techniker Krankenkasse soll damit grundsätzlich verhindert werden, dass das Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt ist.
Es seien schmerzhafte Stunden für Mutter und Kind gewesen, heißt es im Text. Wehenfördernde Medikamente sollten die Geburt in Gang bringen und Laura seien Anästhesiemittel in den unteren Rücken (Rückenmark) verabreicht worden. Beim Not-Kaiserschnitt habe sich gezeigt, dass Elias' Kopf aus der gerissenen Gebärmutter gelang und er einen "schweren Sauerstoffmangel" (Asphyxie) erlitt. In Elias Worten erinnert sich die Familie: "Nach meiner Geburt wurde ich sofort auf die Hypothermie gelegt. Diese Maschine hat mein Gehirn, während ich in einem tiefen Koma schlief, gekühlt. Dies verhindert einen Selbstzerstörungsmechanismus der Gehirnzellen."
12 Pflegekräfte kümmern sich um Vierjährigen - Eltern können trotzdem nicht arbeiten
Fast vier Jahre später sei Elias noch immer "auf dem Stand eines Neugeborenen", wie sein Vater inFranken.de erklärt. Ein Hauptproblem sei, dass sein Nasen-Rachen-Raum regelmäßig abgesaugt werden müsse. Er werde über eine Sonde ernährt und gelte offiziell als blind. "Er nimmt etwas wahr, lächelt auch, aber wir wissen nicht, was er wahrnimmt und sieht."
Physiotherapie, Sehfrühförderung und Logopädie hälfen, seine Fähigkeiten zu trainieren, doch eine sichere Aussicht auf große Verbesserungen habe die Familie nicht: "Für dieses Krankheitsbild gibt es keine Diagnose zum Verlauf. Es kann sich etwas tun, es kann sich aber auch nichts tun." Zwölf Pflegekräfte kümmerten sich derzeit abwechselnd um das Kind, das bei guter Verfassung auch eine Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) bis zum Mittag besuche. "Mittags ist Mama- und Papa-Zeit."
Auch wenn es in diesem Zusammenhang sehr herzlos erscheint, sind die Ansprüche der Eltern in meinen Augen doch etwas zu hoch.
Es arbeiten 12(!) Pflegekräfte für die Familie, da könnte sich doch zumindest einer der beiden eine Arbeit suchen.
Auch sonst bin ich etwas verwundert: Sie mussten ihre Weltreise umdisponieren. Ich gehe Vollzeit arbeiten und kann mir keine Weltreise leisten.
Aber bitte nicht falsch verstehen: Ich möchte die Herausforderungen, die die Familie mit dem kranken Kind hat, nicht bagatellisieren.