Ein Garant dafür, dass die Kulturlandschaft in der Region Coburg erhalten und ausgebaut wird, ist der hiesige Landschaftspflegeverband (LPV). Ein probates Mittel, dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden, ist es, regelmäßig Neuanpflanzungen durchzuführen.

Das jüngste Projekt an der Nordseite des Fuchsberges in Großwalbur zeichnet sich durch eine Besonderheit aus. Das Maßnahme diente auch dazu, Schülern der Berufsschule des Bereichs Agrarwirtschaft fachpraktische Ausbildung zukommen zu lassen. So konnten sie erfahren, wie eine Hecke gesetzt wird, auf welche Besonderheiten bei der Pflanzung von Bäumen zu achten ist und welche positive Auswirkungen für Fauna und Flora solche Landschaftspflegemaßnahmen haben. Der Geschäftsführer des LPV, Frank Reißenweber, freute sich, dass in Großwalbur "zwei Fliegen mit einer Klappe" geschlagen werden konnten. Erstens Vermittlung von praktischem Wissen und, zweitens, Aufwertung einer Grünfläche.

Der Sinn des Projekts

Bevor die 20 Schüler des Berufsgrundschuljahrs zu Spaten und Hacke griffen, erläuterte Frank Reißenweber den Sinn des Projekts. Auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Areal, das eine Bürgerin aus Großwalbur zur Verfügung stellt, soll der dortige Biotopverbund verbessert werden. Um die vorhandenen Strukturen enger anzubinden, wurde das bestehende Heckenstück als dreireihige Naturhecke um 150 Meter verlängert. Nach Darlegung des Geschäftsführers besteht die neue Hecke aus insgesamt 445 Sträuchern und sieben Feldgehölzen. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass für die Hecke nur sogenannte autochthone Pflanzen, also gebietsheimische Gewächse verwendet werden. So finden sich hier zum größten Teil Schwarzdorn, Hundsrose, Rote Heckenkirsche, Eingriffiger Weißdorn und Roter Hartriegel. Um die junge Hecke vor Verbiss zu schützen, wird das bepflanzte Areal zunächst eingezäunt.

Auf der Wiesenfläche galt es für die Schüler, 24 Hochstamm-Obstbäume fachgerecht ins Erdreich einzubringen. Auch hier legte Frank Reißenweber Wert auf die Feststellung, dass der LPV das Ziel verfolge, alte Obstsorten zu erhalten. "Wenn sie einmal weg sind, kann man nie mehr auf sie zurückgreifen", führte Reißenweber vor Augen. Neben Apfelbäumen wie dem Gravensteiner, der Roten Goldparmäne, dem Danziger Kantapfel oder dem Roten Trierer Weinapfel sind jetzt auf der Wiese auch Birnen-, Zwetschgen-, Kirsch- und Nussbäume zu Hause.

Damit die Wurzeln der Bäume nicht von Wühlmäusen zerstört werden, mussten die Wurzelballen mit einem Metallgeflecht geschützt werden. "Nach fünf Jahren sind die Matten verrostet und nicht mehr existent", erklärte Diplom-Biologe Reißenweber. Den Schülern verdeutlichte er, dass es sich bei dem Gebiet um eine ökologisch sehr wertvolle Fläche handele. In diesem Bereich seien gefährdete Insektenarten wie der Trauermantel, der Frühlings-Mohrenfalter, der Pflaumenzipfelfalter, der Gelbwürfelige Dickkopffalter oder der Feldgrashüpfer nachgewiesen. Auch das Rebhuhn und der Neuntöter lieben laut Reißenweber den nördlichen Fuchsberg.

Die Kosten für die Maßnahme bezifferte Reißenweber mit rund 7500 Euro. Gefördert wird das Projekt durch die Regierung von Oberfranken, die 85 Prozent der Kosten übernimmt. Die restliche Summe wird vom Landkreis Coburg getragen.