Das Wetter, immer wieder das Wetter. Wer sich über die am Sonntag zu Ende gegangene Saison der "Coburger Sommeroperette" unterhält, kommt an diesem Thema einfach nicht vorbei. Überwiegend kühl und feucht waren die letzten knapp zwei Wochen auf der Waldbühne Heldritt, immer wieder mal mit einem mehr oder minder heftigen Schauer garniert.

Rund 7000 Besucher sind insgesamt trotzdem gekommen zu den 12 Aufführungen von Emmerich Kálmáns "Zirkusprinzessin" sowie zur Robert-Stolz-Matinee vor einer Woche und zur Altstadt-Serenade in Bad Rodach.
"Angesichts dieser Bedingungen können wir noch zufrieden sein", sagt Adelheid Frankenberger, die Vorsitzende der "Sommeroperette". Sie ist sich sicher: "Das Wetter hat uns mindestens 1500 Besucher gekostet, vielleicht sogar 2000." Denn die Qualität der Aufführung in der Regie von Thomas Mittmann sei von allen Seiten gelobt worden.


Begeisterte Besucher

Die Besucher, die tatsächlich auf die Waldbühne gekommen sind, seien durchweg begeistert gewesen - sogar dann, wenn wegen eines Regenschauers unterbrochen werden musste wie am Samstagabend bei der vorletzten Vorstellung.


Regensegel als Rettung

"Das Wetter können wir leider noch nicht machen", sagt Adel Frankenberger - "aber ein Dacherl haben wir gemacht", ergänzt Bühnenbildner Frieder Klein, der zum siebten Mal die Kulissen für die "Sommeroperette" entworfen hat. Das nach der verregneten Premiere eilends angeschaffte neue und größere Regensegel hat sich in diesem Jahr jedenfalls bestens bewährt und dafür gesorgt, dass tatsächlich keine Vorstellung abgesagt werden musste.

Trotz eines Platzregens nicht abgesagt werden musste auch die Altstadt-Serenade in Bad Rodach, die eigentlich vor der malerischen Kulisse des ehemaligen Jagdschlosses stattfinden sollte und in aller Eile in die nahegelegene Stadthalle verlegt wurde.


"Zigeunerbaron" 2015

Aus den Erfahrungen dieser Saison mit den ausgesprochen widrigen Witterungsbedingungen wollen Frankenberger und Klein für die nächste Spielzeit Lehren ziehen.

"Wir spielen bei jedem Wetter" - mit diesem Motto soll ganz gezielt für den 2015 geplanten "Zigeunerbaron" geworben werden. Das neue Regensegel soll die Künstler auf der Bühne schützen, während das Publikum auf der Waldbühne ohnehin unter dem Dach sitzt.

Nach der Saison ist vor der Saison. Schon am heutigen Montag ist die Bauprobe für den "Zigeunerbaron" 2015 angesetzt.


Förderverein für die Sommeroperette?

Derweil denkt Vorsitzende Adelheid Frankenberger über einen Förderverein nach, der die Arbeit der "Sommeroperette" unterstützen könnte. "Das wäre beruhigend", sagt sie angesichts der Anstrengungen, Jahr für Jahr den Etat für die Spielzeit zu sichern.

Dennoch wird sie beim Gedanken an das Ende der Spielzeit ein wenig wehmütig: "Ich darf noch gar nicht daran denken, dass am Montag alles vorbei ist. Ich würde gerne noch eine Woche bleiben.