Am Sonntag stand ein Arbeitseinsatz an. Viele Eltern, Spieler und auch Funktionäre des SV Hut Coburg hatten sich gemeldet, um mit anzupacken. Gemeinsam sollten auf dem Kleinfeld die strapazierten Rasenflächen vor den Toren etwas ausgebessert werden; außerdem hatte man sich vorgenommen, die Tor- und die Fangnetze zu erneuern. Doch als die Helfer so nach und nach eintrafen, trauten sie ihren Augen kaum: In der Nacht zum Sonntag war der Sportplatz zerstört worden.


Über die Böschung zum Platz

Nach ersten Erkenntnissen war es der Fahrers eines Quad - also eines vierrädrigen, motorradähnlichen Geländefahrzeugs -, der da unzählige Runden auf dem feuchten Rasen gedreht hat. Immer und immer wieder. Ein Autofahrer kommt deshalb nicht infrage, weil die Zufahrt zum Kleinfeld mit einer Schranke blockiert ist. Der Täter muss über die kleine Böschung hinunter zum Kleinfeld gefahren sein. Das geht nur mit einem Quad.
"Wir sind alle sehr gefrustet", sagt Michael Matzke, der Dritte Vorsitzende des SV Hut. "Da wird etwas kaputt gemacht, das man jahrelang aufgebaut hat." Der SV Hut ist traditionell sehr stark in der Jugendarbeit. Deshalb war vor etlichen Jahren der ehemalige Handballplatz zu einem kleinen Fußballfeld umgebaut worden. Es wird vor allem von der E- und der F-Jugend genutzt, erzählt Michael Matzke, aber auch die Alten Herren würden gerne darauf trainieren.

Beim Arbeitseinsatz am Sonntag, der dann so einen ganz anderen Verlauf nahm als geplant, machte sich dann aber trotzdem so etwas wie eine "Jetzt erst recht"-Stimmung breit. "Wir haben trotzdem die neuen Netze angebracht", erzählt Michael Matzke und muss tief seufzen: "Aber eigentlich fragt man sich: Was bringt's?"

Denn der Platz ist durch die Quad-Aktion völlig unbespielbar geworden. Ein Experte hat bereits den Rat gegeben, dass die obere Gras- und Erdschicht komplett abgefräst werden muss, anschließend gehöre der Platz neu geplättet, ehe dann wieder Rasen gesät werden könnte. "Das können wir uns aber finanziell nicht leisten", erklärt Michael Matzke das Dilemma. Vereine hätten es doch ohnehin nicht so üppig. "Und wenn, dann stecken wir unser Geld lieber in die Ausstattung unserer Kinder", sagt Matzke und ärgert sich, dass im schlimmsten Fall nun sehr viel Geld für die Reparatur des Kleinfelds ausgegeben werden muss. Hoffnung, dass der Täter ausfindig gemacht wird, gibt es kaum. Aber die Polizei versucht natürlich ihr Möglichstes: Hinweise werden erbeten unter Telefon 09561/645-209.

Die Zerstörung des Kleinfelds weckt bei den Verantwortlichen des SV Hut böse Erinnerungen: Mitte der 1990er Jahre war es, als der damals gerade erst von einem Sand- in einen Rasenplatz umgewandelte "Sportplatz 2" von einem Motorradfahrer erheblich beschädigt wurde. Damals hatten mehrere Firmen mit Spenden geholfen, den Schaden für den Verein gering zu halten.


Einbruch in Wüstenahorn

Unerfreulichen "Besuch" hatte am Wochenende auch der Nachbarverein des SV Hut, die SpVgg Wüstenahorn. Dort wurde ins Sportheim im Schorkendorfer Weg eingebrochen. Aus einer Geldkassette wurden etwa 100 Euro Wechselgeld entwendet. Einen Zusammenhang zum unbekannten Quad-Fahrer auf der Hut gibt es wohl nicht, wohl aber zu anderen Einbrüchen im benachbarten Schorkendorf.