Hinter dem Landestheater liegt ein aufregendes und bisweilen sogar turbulentes Jahr: Das Tauziehen um eine Interimsspielstätte (Globe hin, Globe her) hielt über Monate Kommunalpolitik wie Kulturszene auf Trab. So gesehen waren die letzten Tage in 2016 durchaus symptomatisch, denn auch da ging es noch einmal hoch her.
Am Freitag, 30. Dezember, stand im Großen Haus ein weiteres Mal das Abenteuer-Rock-Musical "Die Schatzinsel" auf dem Programm. Doch ausgerechnet Schauspieler Thomas Straus, der die Rolle des Queequeg spielt, fiel kurzfristig aus. Um die Vorstellung zu retten, musste improvisiert werden. Aber wer könnte so schnell einspringen? Wer kennt den Text, den der Queequeg zu sagen hat?


Maskenbildner waren gefordert

Plötzlich richteten sich alle Blicke auf den Schauspieldirektor des Landestheaters, Matthias Straub, der zugleich Regisseur der "Schatzinsel" ist und somit bei allen Proben in den vergangenen Monaten dabei war. "Du musst das machen!"

Matthias Straub sagte Ja, und dann ging alles ganz fix. Die Maskenbildner des Landestheaters vollbrachte mal wieder Wunderdinge, zauberten dem Schauspieldirektor eine Glatze und verwandelten ihn auch ansonsten in einen Furcht einflößenden Polynesier. Und dann hob sich auch schon der Vorhang, und das Abenteuer begann.
Matthias Straub meisterte die Herausforderung, gab sich anschließend aber selbstkritisch. "Ich habe mich ein paar Mal verhaspelt", sagte er augenzwinkernd auf Tageblatt-Anfrage. Aber: Der Text sei ja auch schwierig zu sprechen...

Fazit für 2016: Wer so kreativ sein kann wie das Ensemble und die Leitung des Landestheaters, dem muss auch vor 2017 und seinen möglichen Unwägbarkeiten nicht bange sein!