Bevor das erste Punktspiel im Frühjahr angepfiffen wird, steht in der Regel fest, ob der Trainer auch über den Sommer hinaus das Sagen hat. In Zeiten, in denen sich die Spieler gewissenhaft in vielen Übungseinheiten auf die Rückrunde vorbereiten, stellen die Verantwortlichen oft hinter den Kulissen bereits die Weichen.

Spielleiter, Abteilungsleiter und Vorstände strecken ihre Fühler nicht nur nach neuen Spielern aus, sondern verlängern ihre Zusammenarbeit auch mit ihren Übungsleitern. Andere wieder werden sich mit einem neuen Trainer einig.

Das Tageblatt hat den aktuellen Stand bei den sechs Bezirksligisten des Spielkreises Coburg hinterfragt und um Statements gebeten. Und dabei oft sogar noch ein wenig mehr erfahren. Aber lesen Sie doch selbst:

Bei der Bayernliga-Reserve gibt es viele zufriedene Gesichter. Die Vorrunde lief nach einem verheißungsvollen Start zwar nicht optimal, aber die jungen Burschen aus der 2. Reihe erfüllten die Erwartungen des Vereins auf ganzer Linie.

Auch während der Hallensaison, die mit dem oberfränkischen Futsal-Titel gekrönt und mit der Teilnahme an der bayerischen Meisterschaft in Coburg belohnt wurde, sorgten Sener, Alles, Knie & Co. für Furore. Vorstandsmitglied Klaus Schillig ist absolut begeistert von den vielen Youngstern und will noch in dieser Woche mit Trainer Oliver Müller (u. a. Regionalliga-Torwart beim SC Weismain, Trainer in Lettenreuth und bei den Frauen des SV Reitsch) verlängern. "Der Oli macht gute gute Arbeit."

Im "Wildpark" sind die Würfel bereits gefallen: Matthias Christl bleibt auch in der Saison 2014/2015 Trainer beim Bezirksligisten TSV Mönchröden. Wie Spielausschuss-Vorsitzender Reiner Geier auf Anfrage bestätigte, sind die "Mönche" mit der Arbeit ihres engagierten Übungsleiters sehr zufrieden und haben den Vertrag bereits für ein weiteres Jahr verlängert.

Nach dem der Aufstieg in die Landesliga im letzten Jahr nur knapp in der Relegation verpasst wurde, ist auch in dieser Serie der 2. Tabellenplatz noch nicht außer Reichweite. Zwar beträgt der Rückstand auf den momentanen Zweiten FC Coburg bereits acht Punkte, doch Christl hofft auf einen guten Re-Start, um eventuell doch noch einmal angreifen zu können.

Darüber hinaus verfolgen die Verantwortlichen beim TSV aber auch noch ein zweites ehrgeiziges Ziel: Die Reserve peilt nach einer tollen Vorrunde in der Kreisklasse 1 ebenfalls die Vizemeisterschaft an, um eventuell in die Kreisliga aufzusteigen. Hinter dem designierten Meister TSV Sonnefeld will man sich jedenfalls die lukrativen Aufstiegsspiele sichern.

Doch Aufstieg hin oder her - bereits jetzt steht fest, dass Kreisklassen-Coach Oleg Bauer in der nächsten Saison nicht mehr das Zepter bei der Reserve schwingt, denn private Gründen zwingen den torgefährlichen Spielertrainer, der erst vor der Saison vom Nachbarn DJK/TSV Rödental kam, zum pausieren.

Der Überraschungszweite der Bezirksliga West hat große Pläne. Über die Vizemeisterschaft - Spitzenreiter FC Redwitz steuert bekanntlich einem souveränen Titelgewinn entgegen - können die Vestestädter in die Landesliga aufsteigen.

Vorsitzender Walter Luft und sein Sportlicher Leiter Sascha Heuschkel sind mit dem zurückliegenden Jahr sehr zufrieden. Vieles lief seit der Neugründung nach Plan und die 1. Mannschaft mischt unerwartet bereits in der ersten Saison an der Tabellenspitze mit. Wie Heuschkel mitteilt, laufen derzeit die Gespräche mit Spielern und Trainern, für die nächste Saison. Die Zukunft von Trainer Michael Eberhardt ist deshalb noch offen.

Einigkeit hat der FCC aber bereits mit allen seinen Leistungsträgern erzielt, auch mit dem von vielen Seiten umworbenen André Jeschke (zuvor u. a. VfL Frohnlach, TSV Mönchröden, DVV Coburg). Der trickreiche Mittelfeldspieler hat seine Zusage für ein weiteres Jahr gegeben.

"Wir wollen mit Olaf Teuchert auf jeden Fall weitermachen und werden in den kommenden Tagen Gespräche führen", erklärt Bastian Bieberbach. Der stellvertretende Vorsitzende des TBVfL Neustadt/Wildenheid ist mit dem ersten Jahr unter der Regie des engagierten Coburgers zufrieden: "Nach den Startschwierigkeiten sind wir mittlerweile voll im Soll. Die gute und intensive Arbeit von Olaf zeigt eine positive Entwicklung in der Mannschaft und sowohl taktisch als auch spielerisch ist die Handschrift von ihm erkennbar. Unser Ziel, nämlich attraktiveren Fußball auf Bezirksebene mittelfristig anzubieten, sehen wir beim TBVfL auf einem guten Weg."

Natürlich wollen die Puppenstädter auch in der nächsten Saison wieder eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen schicken und bemühen sich deshalb um Verstärkungen. Allerdings steht bereits jetzt ein schmerzhafter Abgang nach der Saison fest: Der zuverlässige, langjährige Mannschaftskapitän André Wittmann wird den Klub verlassen. Der Innenverteidiger, der in Coburg wohnt, wird sich dem Kreisligisten SV Ketschendorf anschließen, der bekanntlich vom Neustadter Ex-Trainer Thomas Hüttl gecoacht wird.

"Wir sind sehr angetan von seinem Engagement. Er hat gleich den richtigen Draht zur Mannschaft gefunden." Helmut Meyer, Vorsitzender des akut abstiegsgefährdeten TSV Meeder, ist mit der Eingewöhnungsphase von Ugur Kolzus sehr zufrieden. Nach dem freiwilligen Ausscheiden von Dirk Scheler waren er und seine Mitstreiter in der Führungsriege gezwungen einen neuen Trainer zu installieren.

Und mit Kolzus scheint Meeder den idealen Mann gefunden zu haben. Meyer ist jedenfalls zuversichtlich: "Er holt alles aus den Jungs raus. Außerdem lichtet sich unser Lazarett. Ich bin guter Dinge, dass wir den Klassenerhalt mit ihm schaffen."

Wie es danach beim TSV Meeder weitergeht - ob mit oder ohne Kolzus - ist noch nicht geklärt. Meyer favorisiert eine längere Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Übungsleiter (zuvor u. a. bei der Spvg Eicha und bei der SpVgg Lettenreuth), doch bisher hat der Versicherungskaufmann lediglich einen Trainervertrag für die laufende Spielzeit unterzeichnet.

Übrigens: Dirk Scheler, der Meederer Erfolgscoach vergangener Tage, wird derzeit "ganz heiß" beim SV Bosporus Coburg gehandelt. Schenkt man den offiziell noch nicht bestätigten Gerüchten aus Fußballerkreisen Glauben, dann steigt der ehemalige Mönchrödener Landesligaspieler und -Co-Trainer beim potenziellen Kreisligisten als Cheftrainer ein.

Die Männer von der "Crytek-Sportanlage", also dem ehemaligen Gelände der DJK/Viktoria Coburg am Hinteren Floßanger, führen zur Winterpause die Kreisklasse nicht nur mit fast schon uneinholbar erscheinenden zehn Punkten Vorsprung vor dem TSV Scherneck an, sondern sie haben darüber hinaus auch ehrgeizige Pläne für 2015. Fernziel ist die Rückkehr in die Bezirksliga West, wo der SV Bosporus bereits Ende der 80er Jahre schon einmal kickte.

Sehr zufrieden mit ihrem Trainer sind die "Gelb-Schwarzen" in Eicha. Für Winfried Beyer war es deshalb auch gar keine Frage, den laufenden Vertrag mit Werner Gückel, ohne zu zögern zu verlängern. Beide Seiten wurden sich erst kürzlich einig. "Er passt hervorragend nach Eicha und ist für unsere Philosophie genau der richtige Trainer", erklärt der Vereinsboss und lobt dabei den ehemaligen Frohnlacher Bayernliga-Trainer über den grünen Klee. Der Weggang von "Knipser" Andreas Spiegel zum abstiegsgefährdeten thüringischen Kreisligist SV Gellershausen wurmt den Vereinsboss dagegen gewaltig.

Und trotz der Weiterverpflichtung von Gückel ist Beyer derzeit auch auf Trainersuche, denn Steffen Pluta hat angekündigt sein Engagement für die "Trächer"-Zweite nach Ende der Serie einzustellen. Er wechselt zum SV Tambach. "Wir sind bereits aktiv und suchen einen neuen Mann für die Reserve."

Und noch eine interessante Personalie aus Eicha: Der für das Frauenteam verantwortliche Uwe Sollmann wird nächstes Jahr nicht mehr auf dem Kommandopult stehen. "Wir bringen die Bayernliga-Saison noch ordentlich zu Ende", bringt es Beyer kurz und bündig auf den Punkt. Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass es rund um den Frauen-Spielbetrieb in Eicha im Herbst letzten Jahres zu atmosphärischen Störungen kam.

Wie es mit dem Frauenteam in Eicha weitergeht, steht derzeit - wie so vieles in Fußballerkreisen - in den Sternen...