Die nicht ganz unumstrittene Tierrechtsorganisation Peta ist für teils krasse PR-Aktionen bekannt. Eine ihrer neuesten besteht offenbar darin, die Bürger direkt anzugehen. So kontaktierte der Verein jetzt den Vorstand des SC Germania Stöppach Haarth. Der Grund: Die Mitglieder freuen sich schon auf ihr Schlachtfest, das heute im Sportheim stattfindet. Peta bot der Germania an, 500 vegane Würstchen zu spendieren, wenn statt eines Schlacht- ein Veggiefest gefeiert wird.


Zu kurzfristig

"Das ließe sich jetzt so kurzfristig gar nicht mehr umplanen", sagt Reiner Kob vom Vorstand der Germania. Es wird also heute dabei bleiben, dass "alle Freunde und Gönner der Germania" zu einem Schlachtfest der traditionellen Art eingeladen sind. Ab 10.30 Uhr gibt es frischen Spint. Später Blut- und Leberwürste mit Kraut sowie Kaffee und Kuchen. Zum Schluss, wie es bei einem traditionellen Schlachtfest üblich ist, kommt noch frisches Hackfleisch auf den Tisch.
Daran wird auch Petas erhobener moralischer Zeigefinger nichts mehr ändern. Ein moralischer Anspruch, den Kritiker Peta gar nicht zugestehen wollen. Seit Jahren ist der Verein selbst in die Kritik geraten.


Kritik an Peta

Der Organisation wird vorgeworfen, in ihren Tierheimen in den USA mehr als 90 Prozent der abgegebenen Tiere zu töten, viele davon in den ersten 24 Stunden. Spendengelder, so ein weiterer Vorwurf, werden in hohem Maß an Funktionäre gezahlt und in sehr teure PR-Aktionen gesteckt. In letzter Zeit mehren sich Vorwürfe, dass Peta in zahllosen Fällen Strafanzeigen stellt, obwohl klar ist, dass keine Rechtsverletzung vorliegt, nur, um Aufsehen zu erregen.
Der Verein hält bei allen Vorwürfen dagegen. So sei es für streunende Tiere besser, ihnen "einen friedlichen Ausweg" zu bieten, als dass sie krank werden oder von einem Auto überfahren, heißt es in einer Stellungnahme. In Tierheimen würden die Tiere getötet, damit ihnen das Vegetieren in engen Käfigen erspart bleibt, weil die Heime überfüllt sind.
Wenn es bei SC Germania Stöppach-Haarth am Ende der Einladung zum Schlachtfest heuer heißt "Was gibt es Schöneres?", dann könnte die Antwort im kommenden Jahr ja lauten: "Ein Veggiefest mit 500 Würstchen, die von Peta bezahlt werden!" Eine Entscheidung, die Reiner Kob nicht alleine treffen kann: "Das müsste der ganze Vorstand überlegen", sagt er. Und glaubt er, dass die Vereinsspitze auf Veggie umschwenkt? "Wahrscheinlich nicht."