Landesligist FC Coburg profitiert - Bezirksligist SC Sylvia Ebersdorf ebenfalls. Die einen dürften trotz akuter Abstiegsgefahr in der Landesliga bleiben, die anderen als momentaner Tabellenzweiter sogar direkt aufsteigen. Der vom Bayerischen Fußballverband favorisierten Quotientenregelung sei Dank. Es gibt aber auch Verlierer dieser umstrittenen Variante. Der TSV Sonnefeld wäre ein solcher, denn das Bezirksliga-Team müsste bei einem Saisonabbruch in die Kreisliga absteigen!

Keine Relegationsspiele

Zu Relegationsspielen wird es nämlich nicht kommen - so sehen es die Statuten bei einem Abbruch vor. Doch genau für diese attraktive Saisonverlängerung hätten sich die Sonnefelder sportlich qualifiziert. Umsonst, denn jetzt droht das Abrutschen in die Kreisliga Coburg. Das wäre für den ambitionierten Klub bitter, schließlich haben sich die Verantwortlichen bei der Zusammenstellung des künftigen Spielerkaders besonders viel Mühe gegeben. Mit dem Regionalliga-erfahrenen Patrick Schwesinger kehrt immerhin der "verlorene Sohn" zurück - sogar als künftiger Spielertrainer. Der Erfolgsgarant vergangener Jahre - also der mit der eingebauten Torgarantie, schließlich schoss "Schwesi" den TSV mit Treffern am Fließband fast im Alleingang von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga. Aber nicht nur der Ex-Knipser, sondern auch erfahrene Kicker wie Gerardo Canonne, der bisherige Spielertrainer des FC Adler Weidhausen, oder Routinier Markus "Hasi" Reißenweber vom Nachbarn SC Sylvia Ebersdorf werden das Team nach Corona verstärken. Stichwort Corona! "Ich finde es sehr schade, wenn es nach dieser Pandemie sportliche Verlierer gibt. Wir sind dafür, dass die Saison komplett auf Null gesetzt und ohne Wertung abgeschlossen wird. Oder wenn es nur Aufsteiger gibt und keine Absteiger. Die Ligen würden dann eben mit ein, zwei Mannschaften mehr und einem verschärften Abstieg in der darauffolgenden Serie an den Start gehen", schlägt Louis Kappenberger vor.

Der Vorsitzende des abstiegsgefährdeten TSV Sonnefeld weiß, dass die Aussichten im Falle einer Klage gegen die Beschlüsse des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) eher gering sind, doch ein solcher juristischer Schritt sei denkbar, müsste jedoch gut überlegt sein und genau abgesprochen werden.

Initiative von Ebersdorf wird befürwortet

Doch völlig unabhängig von der Spielklasse, in der seine 1. Mannschaft nach Corona spielt, sieht der junge Vereinschef seinen Klub wieder auf einem guten Weg. Zwar fehle dem TSV wie momentan allen Vereinen die nötige Planungssicherheit, doch die wichtigsten Personalentscheidungen seien beim TSV Sonnefeld trotzdem bereits getroffen. Die Initiative des Nachbarvereins SC Sylvia Ebersdorf, nämlich eine oberfränkische Landesliga einzuführen, um so möglichst viele zuschauerträchtige Nachbarduelle zu bekommen, befürwortet Kappenberger ausdrücklich: "Wir waren von Beginn an involviert und ich finde diese Idee von Stefan Finzel gut." Allerdings betont er in diesem Zusammenhang auch, dass er sich vollkommen bewusst ist, wie schwer es ist, diese Idee umzusetzen. Aber: "Wenn nicht jetzt, wann dann ..."

Gewinner: FCC würde profitieren

Mit der Nachricht des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) kommt nach Meinung der Verantwortlichen beim FC Coburg endlich Klarheit über den weiteren Saisonverlauf und die Wertung der laufenden Saison je nach Konstellation für alle Vereine und Mannschaften.

"Wir finden es gut, dass der BFV verbindliche Beschlüsse in Bezug auf die Fortführung der Saison 19/21 getroffen hat. Wir hoffen natürlich darauf, dass die Entwicklung des Infektionsgeschehens einen weiteren Trainingsbetrieb und damit eine sportliche Beendigung der Saison zulässt. Und die Vereine können jetzt die Auswirkungen der verschiedenen Szenarien bewerten", sagt Vorsitzender Wolfgang Gremmelmaier.

Was würde das für die vielen Mannschaften - vor allem im ambitionierten Jugendbereich mit seinem Nachwuchsleistungszentrum - des FC Coburg bedeuten? Falls ein nahezu uneingeschränkter Trainingsbetrieb zum 3. Mai 2021 nicht stattfinden kann und der Abbruch entschieden werden sollte, verbleiben auf jeden Fall die beiden abstiegsgefährdeten Herrenmannschaften der Vestekicker aufgrund der Quotientenregel in der Landesliga Nordwest und in der Kreisliga Coburg.

Die A-Jugend dürfte in die Landesliga wegen anwendbarer Quotientenregel aufsteigen und die U17 spielt dann auch in der nächsten Saison aufgrund nicht anwendbarer Quotientenregelung in der Landesliga.

Freude bei Jugendteams

Bei der U16 besteht dagegen noch Unklarheit, da eine andere Mannschaft zurückgezogen hat und die Vestekicker noch nicht wissen, ob die Quotientenregelung dann zum Tragen kommt. Wenn dies der Fall ist, dürfte sogar ein Aufstieg in die Bezirksoberliga möglich sein.

Die U15 verbleibt wegen nicht anwendbarer Quotientenregelung in der Bayernliga und die U14 kickt dann weiter unverändert in der Bezirksoberliga, da trotz höchstem Quotient in der Bezirksoberliga kein Aufstieg möglich ist, da die U15 des FCC bereits in der nächsthöheren Liga spielt.

Die C3-Junioren (U13) bleiben ebenfalls aufgrund anwendbarer Quotientenregelung in der Kreisliga. Das gleiche gilt für die U13 (Bezirksoberliga). Alle anderen Mannschaften D4 sowie U7 bis U11 verbleiben trotz bester Tabellenplätze in den Ligen, da für diese Teams kein Aufstieg möglich ist, da die nächsthöhere Liga bereits mit einer Mannschaft des FC Coburg besetzt ist.