"Warum spielen wir eigentlich Tennis?", fragte Tennisprofi Andreas Mies grinsend nach dem Torwandschießen im aktuellen Sportstudio in den Raum. Der Kölner und sein Doppelpartner Kevin Krawietz aus Witzmannsberg waren am Samstagabend in Deutschlands bekanntester Sportsendung zu Gast und gaben sowohl an der Torwand (Krawietz traf zwei von drei oben links, Mies einen von drei unten rechts) als auch im 15-minütigen Interview mit Moderatorin Dunya Hayali eine gute Figur ab.

Die beiden French-Open-Sieger plauderten locker über die Partynacht in Paris, über ihr Zusammenfinden im vergangenen Jahr und über die Stärken und Schwächen des anderen. "Schwächen bei Kevin? Da gibt es nicht so viele, um ehrlich zu sein. Kevin kann aber noch an seiner Reaktion am Netz arbeiten und er spielt lieber Rückhand-Volley als Vorhand-Volley, da kann man sicherlich noch etwas rausholen", sagte Mies.

Preisgeld ist noch nicht verplant

Auch das Preisgeld für den French-Open-Sieg (jeweils 290 000 Euro) war ein Thema. Mies fragte Krawietz: "Kevin, wie schaut es denn aus, hast du das Geld noch?" Der Witzmannsberger entgegnete mit einem Schmunzeln: "Ja, ich habe es noch. Tatsächlich gibt es schon die eine oder andere Überlegung, aber bisher habe ich mir noch nicht wirklich was gegönnt. Was ich mir überlegt habe, verrate ich so jetzt nicht."

In einem anderen Interview gab Krawietz vor einigen Tagen immerhin preis, dass er seiner Freundin Judit nach dem großen Triumph in einer Boutique auf der Pariser Flaniermeile Champs-Élysées eine Handtasche gekauft hatte.

Drei Wochen nach dem Finale von Paris steht mit Wimbledon in den kommenden Tagen bereits der nächste Höhepunkt an. "Jetzt geht es von Null los. Wir müssen die French Open, zumindest wenn wir auf dem Platz stehen, ausblenden. Es spielt sich jetzt natürlich anders, mehr Leute schauen auf uns", sagte Krawietz, der mit Partner Mies voraussichtlich am Mittwoch gegen Marcelo Demoliner (Brasilien) und Divij Sharan (Indien) ins legendäre Wimbledon-Turnier einsteigen wird.