Es ist wieder Pokal - zum dritten Mal wird die 1. Pokalhauptrunde um den DHB-Pokal mit 16 deutschlandweiten Viererturnieren in 15 Städten gespielt - am Samstag finden die Halbfinalspiele statt, am Sonntag treffen die Sieger der Halbfinals um den Einzug in das Achtelfinale (17./18. Oktober 2017) aufeinander.

Erstmals muss der HSC 2000 Coburg dafür auf Reisen gehen, denn 2015 und 2016 hatten die Coburger als Zweitligist das Heimrecht. Da sich die Regularien jedoch geändert haben, bleibt ihnen zumindest eine weite Anreise nach Saarlouis erspart. Denn Ausrichter ist der Traditionsverein TV Großwallstadt, letztjähriger Tabellenvierter der 3. Liga Ost. Dabei gewannen sie gegen die 2. Mannschaft des HSC zweimal klar.

Deren Trainer Heiko Karrer muss sein Team zunächst auf die Halbfinalpartie gegen den letztjährigen Tabellen-15. der 2. Liga, HG Saarlouis, vorbereiten (Anwurf um 17 Uhr). Für die Mannschaft von Jan Gorr geht es um 19.30 Uhr gegen den VfL Gummersbach, und da sind die Erinnerungen noch frisch. Ein Spielausgang wie im Mai wäre dem HSC sicher recht, denn da besiegten die Coburger den Altmeister mit 31:30.

Und dieser ist nicht unbedingt stärker geworden, was auch ein eigenes Vorbereitungsturnier mit klaren Niederlagen (20:30 gegen Flensburg, 26:37 gegen Champions-League-Sieger Vardar Skopje) zeigte. Zwar namhafte Gegner, aber die Gummersbacher haben den Abgang von einem halben Dutzend Leistungsträgern noch nicht kompensiert: Sieben neue Spieler mussten und müssen eingebaut werden. Ihr neuer Trainer Dirk Beuchler steht dabei vor der schweren Aufgabe die Torjäger Julius Kühn (nach Melsungen) und Andreas Schröder (nach Erlangen) ersetzen zu müssen. Hinzu kommt, dass Simon Ernst aufgrund eines Kreuzbandrisses erst 2018 wieder einsatzfähig ist. Die Mannschaft wird sich also erst noch finden müssen.

Da hat Coburg durchaus Vorteile, die Gorr mit seinem doch recht eingespielten Team nutzen will. Aber sorgenfrei ist auch er nicht: "Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt vor allem athletisch auf einem Level, das wir bislang in der frühen Phase noch nicht erreicht hatten, aber noch strahlen Verletzungssorgen aus der vergangenen Saison in diese Spielzeit nach und erschweren den Start."


Viel Verantwortung für Varvne

Denn die Einsätze von Romas Kirveliavicius und Tom Wetzel sind fraglich, am ehesten ist das Mitwirken von Florian Billek. Damit fehlt wie schon im Testspiel gegen Kiel ein "Shooter" aus dem Rückraum. So wird viel von Tobias Varvne abhängen, der seinen Spielwitz, seine Wendigkeit und sein gutes Eins-gegen-Eins-Verhalten in der Vorbereitung schon öfters gezeigt hat - auch wenn es ab und an noch am finalen und genauen Pass hapert.
Genauigkeit wird auch bei der finalen Aktion im Angriff, dem Wurf, vonnöten sein. Denn im letzten Vorbereitungsspiel am vergangenen Mittwoch zog Erlangens Torhüter "Katze" Katsigiannis den Coburger Angreifern den Zahn. Und bei Gummersbach steht mit dem in Würzburg geborenen Nationalkeeper Carsten Lichtlein ein ganz erfahrener "alter Hase" zwischen den Pfosten, der im Turnier letzte Woche trotz der hohen Niederlagen zu den besten seines Teams gehörte.

Der HSC-Coach hatte sich vor der Auslosung gewünscht, noch ein Spiel gegen einen Erstligisten absolvieren zu können und sieht die Partie als eine optimale Generalprobe vor dem Ligastart am kommenden Samstag beim VfL Lübeck-Schwartau. "Das ist ein erster Härtetest unter Wettkampfbedingungen."


"Wollen Gummersbach ärgern"

Gorr schiebt dem Gegner aufgrund der Ligazugehörigkeit eine leichte Favoritenrolle zu, aber "wir wollen Gummersbach in Zweikämpfe verstricken und mächtig ärgern."

Ärgern werden sich im Erfolgsfalle am Samstag alle FC Bayern-Fans im Team und dessen Umfeld, zu denen sich auch Gorr zählt: "Es ist toll, dass die Bayern in Coburg spielen, aber wir wollen ohne Zweifel ins Finale am Sonntag, auch wenn wir dann zum Traumspiel nicht in Coburg sein können."

Das Endspiel um den Einzug in die nächste Runde wird am Sonntag um 17 Uhr angepfiffen. Setzen sich die Favoriten durch, heißt es Gummersbach gegen Saarlouis, aber warum nicht auch Großwallstadt gegen Coburg?



Samstag, 19.30 Uhr: HSC 2000 Coburg - VfL Gummersbach

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Oliver Krechel; Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Dominic Kelm, Petr Linhart, Sebastian Weber, Stefan Lex, Benedikt Kellner, Florian Billek (?), Till Riehn, Jakob Knauer, Girts Lilienfelds, Tobias Varvne, Tom Wetzel (?), Romas Kirveliavicius (?)
Trainer: Jan Gorr
VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein, Matthias Puhle; Marko Matic, Maximilian Herrmann, Max Jäger, Stanislav Zhukov, Erwin Feuchtmann, Josef Pujol, Florian Baumgärtner, Eirik Köpp, Kevin Schmidt, Tobias Schröter, Florian von Gruchalla, Alexander Becker, Marcel Timm, Moritz Preuss. Trainer: Dirk Beuchler
SR: J.Weis/R. Sachse