HSC-Geschäftsführer Steffen Ramer zog nach der letzten Partie eine positive Bilanz: "Derbysiege sind schön, der Klassenerhalt wäre noch schöner, aber die Mannschaft hat mit der Leistung die richtige Antwort auf die letzten Wochen gegeben und kann jetzt mit Selbstvertrauen nach Leipzig und Balingen fahren." Das wird sie in den beiden kommenden Auswärtsspielen auch dringend benötigen. Denn bereits im Nachholspiel am Mittwochabend um 19 Uhr beim Tabellensiebten und letztjährigen Aufsteiger SC DHfK Leipzig kommt es zur Nagelprobe für das Gorr-Team und es wird sich zeigen, was der Sieg im Derby wirklich wert war.

Zwar ist in der Tabelle alles beim Alten geblieben, aber: "Wir haben enorm Selbstvertrauen getankt. Vor allem, weil es kein glücklicher Sieg war und wir mit viel Übersicht und taktischer Disziplin agiert haben", erklärt der HSC-Trainer. Genau das ist auch das Rezept, um in Leipzig zu bestehen. Aber das alleine wird nicht reichen. Denn die Leipziger sind seit September in eigener Halle nicht bezwungen worden, hatten sogar den deutschen Meister am Rand einer Niederlage.


Verteidigung muss besser stehen

Im Hinspiel, als die HSCler das einzige Mal in dieser Serie mehr als 30 Tore warfen, reichte es nicht zum Sieg. Das bedeutet, dass die Coburger noch einen Tick besser verteidigen müssen. Gorr: "Gerade auswärts kommt es noch mehr und viel extremer auf den Torwart an." Ob er dabei auf den coolen Jan Kulhanek oder auf "Adrenalin-Junkie" Oliver Krechel setzen wird, ließ er offen.

Allerdings wartet gegen das Team des künftigen Bundestrainers und Trainer des Jahres 2016, Christian Prokop, auch auf dem Feld jede Menge Arbeit. Denn die Leipziger sind unheimlich schnell auf den Beinen, "verfügen mit Maximilian Janke über einen hervorragenden Allrounder und Niclas Pieczkowski einen starken Mann im Eins-gegen-Eins auf der Mittelposition", schätzt Gorr die Stärken des Gegners ein. Auch auf den "hervorragend besetzten rechten Rückraum" wird der Coburger Trainer seine Mannschaft einstellen müssen. Auf der linken Seite bewertet er Aivis Jurdzs als "zuverlässig, hinten wie vorne".

Einmal mehr muss der HSC 2000 sein Kollektiv dagegen setzen, mit der nächsten Energieleistung aufwarten, auch wenn in dieser Woche Schlag auf Schlag geht. Bereits am Samstag steht das nächste wichtige Auswärtsspiel in Balingen an.

Zudem muss Girts Lilienfelds als Alleinunterhalter auf der rechten Rückraumposition erneut über seine Grenzen gehen, weil die personellen Alternativen fehlen. Diese könnten sich allerdings auf der anderen Rückraumseite ergeben. Tom Wetzel "befindet sich wieder voll im Handball-Training", so Gorr und auch HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel hatte die Rückkehr von Wetzel bereits am vergangenen Samstag in Aussicht gestellt. Apfel weiter: "Wir kennen unsere Rolle, wir wissen wer wir sind, und werden bis zum letzten Spieltag weiter alles in Waagschale werfen, uns wieder zerreißen und schauen was geht." Gorr formuliert es kürzer: "Wir müssen auch in Leipzig einfach mutig auftreten."


Die Lage der Liga

Nach dem "Zwergenaufstand" vom Wochenende - die letzten drei der Tabelle gewannen ihre Spiele - ist die Spannung im Kampf gegen den Abstieg noch einmal größer geworden. Ab Platz 10 kann sich nun kein Team mehr sicher fühlen. Dort rangiert MT Melsungen, die heute Abend den SC Magdeburg empfangen. Die Magdeburger wollen mit einem Erfolg den Kampf um Europapokal-Platz 4 gegen die Füchse Berlin offen halten. Die Hauptstädter müssen am Donnerstag zum HC Erlangen. Deren Ziel wird es nach zwei Niederlagen am Stück sein, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.Komplettiert werden die Spiele unter der Woche mit der Partie des THW Kiel gegen den VfL Gummersbach. Die Kieler haben nach ihrem glücklichen Remis bei den Füchsen bereits fünf Zähler Rückstand auf Flensburg und liegen nur noch aufgrund der mehr ausgetragenen Spiele vor den Rhein-Neckar Löwen.


Mittwoch, 19 Uhr: SC DHfK Leipzig - HSC 2000 Coburg


HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Oliver Krechel; Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm, Sebastian Weber, Steffen Coßbau, Florian Billek, Till Riehn, Nico Büdel, Adnan Harmandic, Girts Lilienfelds, Romas Kirveliavicius
Trainer: Jan Gorr

Es fehlen: Stefan Lex, Tom Wetzel (beide verletzt)
SC DHfK Leipzig: Jens Vortmann, Milos Putera; Franz Semper, Christoph Steinert, Andreas Rojewski, Aivis Jurdzs, Lucas Krzikalla, Lukas Binder, Maximilian Janke, Niclas Pieczkowski, Marvin Sommer, Bastian Roscheck, Benjamin Meschke, Roman BecvarTrainer: Christian Prokop
SR: Marcus Hurst / Mirko Krag
Spielaufsicht: Wolfgang Jamelle