Es wird ernst bei der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Die Gruppenphase ist vorbei, die Hauptrunde seit dem gestrigen Mittwoch in vollem Gang. Für die WM-Fahrer der fränkischen Bundesligisten HSC Coburg und HC Erlangen fällt das Zwischenfazit durchwachsen aus. Immerhin: Vier Spieler zogen mit ihren Mannschaften in die Hauptrunde ein. Nur Christoph Neuholds Österreicher sind ausgeschieden. Ein Blick auf die bisherige Bilanz der WM-Fahrer aus Franken.

Sebastian Firnhaber/Antonio Metzner (HC Erlangen), Deutschland:

Zum ersten Mal stellt der HC Erlangen deutsche WM-Teilnehmer. Während Linkshänder Antonio Metzner noch auf sein WM-Debüt warten muss, ist Kreisläufer Sebastian Firnhaber vor allem in der Abwehr gesetzt. Zum Auftakt gegen Uruguay (43:13) stand "Flamme" 47 Minuten auf dem Feld, versenkte drei seiner vier Versuche und war selbst von einem kuriosen Kopftreffer nicht zu stoppen. Der Uruguayer Mendes wollte nach einem Gegentor den Anwurf ins leere deutsche Tor werfen und traf stattdessen den Erlanger im Gesicht. Firnhaber blutete an der Lippe, spielte aber nach einer Behandlungspause weiter.

Im dritten Gruppenspiel gegen Ungarn - das zweite Spiel gegen Kap Verde wurde abgesagt - saß Firnhaber öfter draußen. Das lag vor allem daran, dass der Erlanger schon nach 20 Minuten seine zweite Zeitstrafe kassiert hatte. Bei der bitteren 28:29-Niederlage spielte Firnhaber 15 Minuten, blieb ohne Tor und hatte im Mittelblock zusammen mit Johannes Golla viele Probleme.

Weiter gehts für das Erlanger Duo bereits am heutigen Donnerstag. Im ersten Spiel der Hauptrunde treffen Firnhaber und Metzner auf Spanien (20.30 Uhr, ZDF). Die weiteren Gegner sind Brasilien und Polen. Gegen die Iberer brauchen die Deutschen unbedingt einen Sieg, um weiter Chancen auf das Viertelfinale zu haben.

Christoph Neuhold (HSC Coburg), Österreich:

Bei seiner ersten WM-Teilnahme spielt der Profi des HSC Coburg bislang eine Nebenrolle. In der Gruppenphase stand Neuhold nur zwei Mal für rund zehn Minuten auf dem Platz, erzielte bei drei Versuchen ein Tor. Und auch bei der österreichischen Mannschaft lief es nicht wie gewünscht. Nach Niederlagen gegen die Schweiz (25:28), Frankreich (28:35) und Norwegen (29:38) verpasste Österreich die Hauptrunde.

Vorbei ist die WM für den Coburger aber noch nicht. Im "President's Cup" spielen die Gruppenletzten die Platzierungen 25 bis 32 aus. Zum Auftakt der "Trostrunde" am Mittwoch spielten die Österreicher gegen Marokko. Das Spiel war bei Redaktionsschluss dieser Seite nicht beendet.

Klemen Ferlin (HC Erlangen), Slowenien:

Mit zwei Siegen und einer Niederlage zog Slowenien in die Hauptrunde ein. Immer von Anfang an dabei: Klemen Ferlin. Der Torhüter des HC Erlangen erlebt dennoch eine wechselhafte WM, denn in seinen etwa 96 Einsatzminuten parierte er nur knapp 24 Prozent der Würfe, die aufs Tor kamen. Seinen Platz im Tor teilte sich Ferlin zunächst mit Miljan Vujovic (RK Celje, Slowenien), dessen Stelle im Kader zuletzt aber Urban Lesjak (Hannover) übernahm. Im ersten Hauptrundenspiel gegen Nordmazedonien (31:21) kam Ferlin lediglich 75 Sekunden zum Einsatz.

Petter Overby (HC Erlangen), Norwegen:

In zwei der drei Vorrundenspiele stand der Abwehrchef des HC Erlangen im norwegischen Aufgebot. Während Overby gegen die Schweiz (31:25) eine Pause bekam, stand der Kreisläufer gegen Frankreich (24:28) und Österreich (38:29) über weite Strecken auf dem Feld. Seine Bilanz: vier Tore bei zehn Versuchen und eine Zeitstrafe. Als Gruppenzweiter zog Norwegen in die Hauptrunde ein. Die begann für Overby & Co. am Mittwoch mit dem Spiel gegen Portugal. Die Norweger brauchten einen Sieg, um noch Chancen auf das Viertelfinale zu haben. Das Spiel war bei Redaktionsschluss nicht beendet. Die weiteren Gegner sind Algerien und Island.

Sime Ivic (HC Erlangen), Kroatien:

Für den kroatischen Rückraumspieler Sime Ivic war die Weltmeisterschaft beendet, bevor sie begonnen hatte. Der Linkshänder des HC Erlangen stand zwar im vorläufigen Aufgebot, wurde aber nicht in den endgültigen Kader berufen. Sein Pech war die Rückkehr des langjährigen Rückraum-Stars Igor Karacic (KS Kielce, Polen), der nach Verletzungsproblemen rechtzeitig fit wurde. Da neben Karacic mit Luka Cindric (FC Barcelona) ein zweiter Linkshänder im Kader steht, verzichten die Kroaten auf Ivic. Auch ohne den 28-Jährigen stehen die "Kockasti" mit zwei Siegen und einem Remis in der Hauptrunde.

Stepan Zeman (HSC Coburg), Tschechien:

Für den zweiten Coburger platzte der WM-Traum. Zeman infizierte sich wie einige weitere seiner Nationalmannschaftskollegen mit dem Coronavirus. Die Konsequenz: Das tschechische Nationalteam sagte seine Teilnahme ab.