Gesichertes Mittelfeld statt Abstiegskampf: Der HC Erlangen hat sich in dieser Saison in der stärksten Liga der Welt etabliert. Vor dem Derby-Schlager in Coburg zieht HCE-Trainer Robert Andersson ein Zwischenfazit.

Herr Andersson, nimmt die augenblickliche Tabellensituation diesem Derby etwas von seiner Brisanz?
Robert Andersson: Ich denke nicht, dass das wirklich eine Auswirkung auf die Brisanz des Spiels hat. Das sind die Spiele, auf die sich unsere Fans lange Zeit freuen und wir tun das ebenso.

Hätten Sie damit gerechnet, so früh in der Saison so gut dazustehen?
Ich denke es wäre vermessen so etwas zu behaupten. Meine Mannschaft hat in den letzten Monaten einen großen mentalen Sprung gemacht und ist hier sehr stabil geworden. Dieser Erfolg ist auf sehr viel harte Arbeit zurückzuführen und natürlich auch hin und wieder auf ein bisschen Glück. Aber das hat, wie man in Deutschland sagt, der Tüchtige.

Worin liegt das große Plus beim HCE im Vergleich zur Bundesligasaison vor zwei Jahren?
Wir haben sehr viel an Erfahrung gewonnen. Vor zwei Jahren waren es drei bis vier Spieler, die schon in der ersten Liga gespielt haben, heute ist es der gesamte Kader.

Warum wollten Sie Nico Büdel unbedingt im Team der nächsten Saison haben?
Wir haben uns hier einer klaren Transferphilosophie verschrieben. Unser Ziel war und ist es junge, entwicklungsfähige Spieler, die mit großer Bundesligaerfahrung ausgestattet sind, für uns zu gewinnen. Das trifft auf Nico Büdel genau so zu wie auf Andreas Schröder, Johannes Sellin oder Christoph Steinert. Alle Spieler haben wir lange beobachtet und freuen uns, dass sie nächstes Jahr unser Trikot tragen werden.

Der Umzug nach Nürnberg wurde vor zwei Jahren kontrovers diskutiert - sportlich hat sich die Arena Nürnberger Versicherungen aber wohl endgültig etabliert?
Ich denke, dass das was in und um die Arena Nürnberger Versicherung in den letzten zwei Jahren passiert ist, etwas ganz Besonderes ist. Wir als Mannschaft fühlen uns dort sehr wohl und wissen, dass wir dort sehr schwer zu schlagen sind. Noch bemerkenswerter ist allerdings, welche Euphorie wir hier in Franken ausgelöst haben. Ein Schnitt von 5000 Zuschauern pro Spiel ist ein echtes Faustpfand.

Erlangen hat, wie viele andere, bei Verletzungen mit den Verpflichtungen von Stanko Sabljic und Igor Levshin nachgelegt, Coburg nicht. Auch etwas, dass sich auf die Tabellensituation ausgewirkt hat?
Ich denke, dass jeder Verein seine eigene Strategie in solchen Dingen fährt. Wir sind zufrieden mit dem, wie wir gehandelt haben. Ob das jetzt ausschlaggebend dafür ist, wie wir in der Tabelle dastehen, weiß ich nicht.

Die Fragen stellte Ralph Bilek.