CoburgAls angestaubte Aufnahmen gehen sie noch nicht durch. Trotzdem musste Ronny Göhl erst einmal auf die Suche gehen. Gefragt waren Videoaufnahmen aus den Spielen der zweiten Mannschaft des HSC 2000 Coburg gegen den SV Anzing und die DJK Waldbüttelbrunn - und die bislang letzten Begegnungen liegen immerhin eineinhalb Jahre zurück. "Wir haben die Videos gefunden und sie uns mit der Mannschaft angesehen", sagt Göhl vor dem Auftakt der Aufstiegsrunde zur 3. Liga.

Der Bayerische Handballverband (BHV) hatte ein Aufstiegsturnier ausgeschrieben und drei der 14 Bayernligisten sagten zu, trotz enormen Aufwandes und Auflagen in der Corona-Pandemie um den Aufstieg zu spielen. Die Stadt Coburg musste dem HSC zudem eine Sondergenehmigung erteilen, dass die Reserve trainieren und spielen darf. "Wir haben uns für eine Teilnahme entschieden, weil die 3. Liga für unsere jungen Spieler eine gute Plattform wäre. Die Bayernliga ist auch eine gute Liga, aber je höher man spielen kann, umso besser ist es für die Entwicklung der Spieler", erklärt Göhl. Obwohl die Coburger Bundesliga-Mannschaft vor dem Abstieg in die 2. Liga steht, dürfte die zweite Mannschaft in der 3. Liga spielen. Denn: Eine Regelung wie etwa im Fußball, dass zwischen der ersten und zweiter Mannschaft eine Liga Unterschied sein muss, gibt es im Handball nicht.

Rückkehr nach zwei Jahren Abstinenz?

Und so kämpft der HSC-Unterbau in einer Dreier-Runde mit Hin- und Rückspiel gegen Anzing und Waldbüttelbrunn um einen Platz in der 3. Liga. Bei Punktgleichstand entscheidet der direkte Vergleich. Am Samstag (16 Uhr) empfängt die HSC-Reserve die Löwen aus Anzing, am Sonntag (16 Uhr) die Unterfranken aus der Nähe von Würzburg. Beide Spiele finden in der HUK-Arena statt, Zuschauer sind nicht zugelassen. Die anderen Partien werden bis zum 20. Juni ausgetragen.

Entscheidet die HSC-Reserve das Turnier für sich, wäre die Rückkehr nach dem Abstieg 2019 perfekt. Dass es in dieser Aufstiegsrunde einfacher sei, aufzusteigen als in einer normalen Saison, findet Göhl nicht. "Auf dem Papier mag das stimmen. Aber keine der drei Mannschaften weiß, wo sie steht. Alle haben monatelang nichts gemacht. Eine Einschätzung fällt schwer." Aus den bislang letzten Ergebnissen gegen die kommenden Gegner lassen sich wohl keine Rückschlüsse ziehen. In der abgebrochenen Saison 2019/20 entschied der HSC drei der vier Spiele gegen Anzing und Waldbüttelbrunn für sich. Als Tabellenfünfter ließen die Coburger sowohl die DJK (6.) als auch den SVA (11.) hinter sich. Während Göhl mit einer weitgehend unveränderten Anzinger Mannschaft rechnet, habe sich Waldbüttelbrunn verstärkt und mit dem langjährigen Rimparer Julian Bötsch einen in Coburg bestens bekannten Kreisläufer verpflichtet.

Seit Anfang Mai im Training

Seine Mannschaft sieht Göhl trotz langer Pause gut vorbereitet - auch hinsichtlich möglicher Verletzung. "Die Jungs haben alle für sich gearbeitet und sind auf einem guten Niveau. Wir sind seit Anfang Mai im Training und haben etwa 20 Trainingseinheiten absolviert." Personell kann Göhl auf den vergangenen Bayernliga-Kader bauen. Mit Routinier Dominic Kelm (1. Mannschaft) und Marvin Munoz (Reha nach Kreuzbandriss) muss er aber auf zwei Spieler verzichten.