Lange hat der HSC 2000 Coburg gar nicht Zeit, über den unnötigen, aber verdienten Punktverlust aus dem Essen-Spiel nachzudenken. Denn bereits am Freitagabend (Anwurf um 19.30 Uhr) steht beim HC Elbflorenz 06 Dresden die nächste Bewährungsprobe für die Mannschaft von Jan Gorr an. Der hat bereits in der Pressekonferenz am Dienstag eine Kampfansage in die Sachsenmetropole geschickt: "Den verlorenen Punkt wollen wir uns dort zurückholen." Wobei von einem Erstliga-Absteiger auch fast erwartet werden muss, dass bei einem Aufsteiger zwei Punkte eingefahren werden.
Doch eines fehlt dem HSC im Gegensatz zum Ligaprimus Bergischer HC noch deutlich - die Konstanz. "Es wird während dieser langen Saison immer Auf und Abs geben, auch der BHC hatte mit Essen große Probleme", entgegnet Jan Gorr. Der 39-Jährige hat eine neue "Baustelle": Jan Kulhanek fällt mit einer Sehnenverletzung mehrere Wochen aus. Dadurch wird die nächste Aufgabe nicht einfacher, Gorr spricht von "einem dicken Brocken und dem nominell stärksten Aufsteiger."


Ein echter Charaktertest

Somit wird dieses Spiel auch ein bisschen zum Charaktertest für die Coburger, die gemerkt haben dürften, dass man sich auf den guten Leistungen der Vergangenheit (Balingen, Rhein Vikings und die erste Halbzeit gegen Hagen) in dieser Liga nicht ausruhen kann. Das sollte nicht nur Spielführer Till Riehn erkannt haben: "Elbflorenz wird gerade zu Hause weiter Punkte holen wollen. Wir haben in kurzer Zeit schon zwei Spiele in den Knochen. Auch deswegen wird es eine schwierige Aufgabe, doch eine einfache gibt es in dieser zweiten Liga nicht. Du musst immer das letzte Prozent geben."
"Gekommen um zu bleiben": so steht es auf der Homepage des HC Elbflorenz. Das Bleiben ist in Richtung 3. Liga gemeint, mittelfristig peilen die Sachsen sogar den Aufstieg in die Beletage an. Dafür gab es namhafte Neuzugänge mit Torwart Mario Huhnstock vom HC Erlangen und dem erfahrenen tschechischen Nationalspieler Roman Becvar aus Leipzig. Für Unruhe am Kreis sorgt Norman Flödl und auf Linksaußen gilt es, Julius Dierberg, den letztjährigen Torschützenkönig der 3. Liga Nord (236 Tore), zu beachten. Gorr hat auch noch de Santis, Gugisch und Greß, der aufgrund einer Fußverletzung (Bluterguss und Prellung) zuletzt verletzt fehlte, auf seinem Spickzettel. Letzterer wird auch am Freitag noch pausieren müssen. Trotzdem wird es für den HSC abermals alles andere als ein Spaziergang.


Die Lage der Liga

Von den ersten sieben Teams der Tabelle müssen sechs reisen - nur die HSG Nordhorn-Lingen empfängt in eigener Halle den Wilhelmshavener HV. Der Spieltag scheint gemacht für Überraschungen oder eben dafür, dass sich die Lage im Vorderfeld der Tabelle so langsam zementiert. Denn vom Bergischen HC, nach sieben Spielen mit einer sensationellen Tordifferenz von plus 50, ist nicht zu erwarten, dass er beim angezählten ThSV Eisenach schwächelt. Auch die anderen Teams aus der Spitzengruppe sind leicht favorisiert. HBW Balingen-Weilstetten gastiert dabei beim Aufsteiger Eintracht Hildesheim. Die neben dem BHC noch ungeschlagenen Teams VfL Lübeck-Schwartau (bei der HG Saarlouis) und TV Emsdetten (beim EHV Aue) sollten ihre Erfolgsserien ebenfalls fortsetzen können. Die höchste Hürde muss die SG BBM Bietigheim überspringen. Die haben beim in eigener Halle noch ungeschlagenen ASV Hamm-Westfalen anzutreten.


Freitag, 19.30 Uhr: HC Elbflorenz - HSC 2000 Coburg


HSC 2000 Coburg: Patryk Foluszny, Oliver Krechel; Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Dominic Kelm, Petr Linhart, Sebastian Weber, Stefan Lex, Benedikt Kellner, Florian Billek, Till Riehn, Marko Neloski, Tobias Varvne, Romas Kirveliavicius
Trainer: Jan Gorr

HC Elbflorenz: Hendrik Halfmann, Mario Huhnstock; Patrik Hrusak, Tim-Philip Jurgeleit, Rene Boese, Julius Dierberg, Nils Gugisch, Arseniy Buschmann, Gabriel de Santis, Norman Flödl, Daniel Zele, Adrian Kammlodt, Roman Becvar, Henning Quade Trainer: Christian Pöhler
Schiedsrichter: Steven Heine/Sascha Standke