Empfindlicher Dämpfer für die zuletzt erfolgreichen Vestekicker: Beim SV Memmelsdorf musste der FC Coburg nach fünf Spielen wieder eine Niederlage einstecken und verpasste damit den möglichen Sprung auf Tabellenplatz 3 in der Fußball-Landesliga Nordwest.

In einem engen und temporeichen Spiel gaben die anfänglich drückend überlegenen Coburger zu schnell eine 1:0-Führung aus der Hand und fingen sich kurz vor Schluss das 1:2 durch den Memmelsdorfer Torjäger Luis Grasser, der die einzige Torchance der Gastgeber in Durchgang 2 eiskalt zu seinem Saisontor Nummer 8 nutzte.

Damit war er auch aus Sicht beider Trainer der Unterschiedsspieler. SV-Spielertrainer Markus Saal: "Das war der Lucky Punch durch unseren Stürmer, der brutal gut drauf ist!" Sein Gegenüber Lars Müller war frustriert: "Wir hatten die Mannschaft immer wieder vor ihm gewarnt, und dann macht der Grasser die Bude."

Landesliga Nordwest, Gruppe 1

SV Memmelsdorf - FC Coburg 2:1 (1:1)

Dabei hatte es sich für sein Team wirklich gut angelassen. Auch ohne den verhinderten Ricardo König und den im Training verletzten Valentin Rom begann der FCC enorm schwungvoll und dominant. Adrian Guhling war bereits in Minute drei nach Pass von Tevin McCullough über rechts auf und davon, doch SV-Keeper Thomas Schuberth lenkte sein Geschoss um das Tordreieck. Gefährliche Torannäherungen von Aykut Civelek (5., 6.) und McCullough (16.) folgten, und in Minute 22 gingen die Vestekicker verdient in Führung: Nach einem abprallenden Freistoß chippte Civelek den Ball gefühlvoll zu Guhling, der cool vollstreckte.

Doch der FC Coburg gab diesen Vorsprung zu schnell her. Schon drei Minuten später verloren die Gäste den Ball im eigenen Aufbauspiel: Daniel Krüger traf aus rund 25 Metern zum Ausgleich. Sichtlich ein Wirkungstreffer für Coburg, das eine Viertelstunde - und eine Parade von Oleksandr Churilov gegen einen Freistoß von Fabian Trunk (37.) - benötigte, um sich zu sammeln. Erst kurz vor der Pause hatten Civelek (40.) und Rene Knie wieder gute Chancen, die sie jedoch nicht nutzen konnten.

Auch nach dem Seitenwechsel war Coburg das aktivere und spielstärkere Team, während Memmelsdorfer mit großer Kampfkraft dagegenhielt. McCullough nach Guhling-Flanke (51.), der von McCullough sehr schön geschickte Kevin Hartmann (64.) und Civelek (73.) waren dem zweiten Coburger Treffer ganz nahe, scheiterten aber am Memmelsdorfer Schlussmann Schuberth und fehlendem Schussglück. So war es Grasser, der mehr oder weniger aus dem Nichts per Kopf über Churilov hinweg das Spiel entschied (86.), weil der FCC nicht mehr kontern konnte.

"Ein 1:1 wäre gerecht gewesen"

Ein etwas glücklicher, aber gegen in der Offensive zu unentschlossene Gäste redlich erarbeiteter Sieg des SVM, auch nach Meinung von Coach Saal. "Uns war von Anfang an klar, dass Coburg fußballerisch gute Kicker hat. Es war überragend, wie wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind. Ein 1:1 wäre im Großen und Ganzen gerecht gewesen."

FCC-Trainer Müller haderte - nicht zum ersten Mal in dieser Saison - mit der Chancenverwertung: "Wir wussten, dass das ein ganz schweres Spiel wird, weil Memmelsdorf eine unangenehm zu spielende Truppe ist, die über den Kampf kommt. Wir hatten viele Möglichkeiten, waren aber leider wieder einmal nicht kaltschnäuzig genug."

Die Statistik

SV Memmelsdorf: T. Schuberth - Schäfer, Horn, Trunk (89. Ott), Grasser (90. Nöth), Hüttner (83. Saal), Wernsdorfer, Schwinn, L. Schuberth, Krüger, Kratz

FC Coburg: Churilov - Müller (61. Hartmann), Heinze, Civelek, Baur, Mc Cullough, Knie, Weinreich, Sener, A. Guhling, Dilauro

Schiedsrichter: Arslan (Wiesenfeld-Halsbach)

Zuschauer: 120

Tore: 0:1 A. Guhling (22.), 1:1 Krüger (25.), 2:1 Grasser (86.)