In einem mit Haken und Ösen geführten Landesliga-Derby mit zahlreichen Spielunterbrechungen nach Fouls und Nickligkeiten haben sich der FC Coburg und der SC Sylvia Ebersdorf leistungsgerecht 3:3 getrennt. Von der Dramatik her kamen die 320 Fans aus beiden Lagern im Dr.-Stocke-Stadion auf ihre Kosten.

Den Hausherren fehlte ohne ihren rotgesperrten Mittelfeldmotor Davide Dilauro die ordnende Hand. Die Vestekicker waren gegenüber ihren Kantersiegen in den vergangenen zwei Heimspielen gegen Friesen und Euerbach/Kützberg nicht wiederzuerkennen.

Landesliga Nordwest, Gruppe 1

FC Coburg -

SC Sylvia Ebersdorf 3:3 (1:1)

Die Gäste, die angetrieben von ihrem Kapitän Christopher Autsch und Tayfun Özdemir über die gesamte Distanz mit langen Pässen in die Tiefe Nadelstiche setzten, überraschten dagegen nach sechs Begegnungen ohne Sieg positiv. Ihre wohl letzte Chance auf das Erreichen der Endrundengruppe um die Meisterschaft nutzten sie trotzdem nicht. Bei nur noch drei ausstehenden Partien sind ihre Chancen diesbezüglich nur noch theoretischer Natur.

Für die Vestekicker, die noch vier Spiele in der Vorrunde auszutragen haben, bedeuten drei Zähler Vorsprung auf den Fünften SV Euerbach/Kützberg kein Ruhepolster. Am kommenden Wochenende sollten sie sich beim abgeschlagenen Schlusslicht TSV Gochsheim keine Blöße geben und zurück in die Erfolgsspur finden.

Die Sylvianer, die immer wieder vornehmlich über die rechte Außenbahn Tempogegenstöße praktizierten, gingen frühzeitig in Führung. Die Coburger glichen unmittelbar vor dem Seitenwechsel durch einen Foulelfmeter aus, versäumten es aber, den Schwung mit in die zweite Halbzeit zu nehmen. Durch einen Blackout gerieten sie in der 50. Minute mit 1:2 erneut ins Hintertreffen.

Erst danach erwachten ihre Lebensgeister. Durch einen Doppelschlag nach etwas mehr als einer Stunde wähnten sie sich bereits auf der Siegerstraße, zumal der gegnerische Abwehrrecke Sascha Trivuncevic wenig später mit einer gelb-Roten Karte zu Recht vom Platz flog. Der aufopferungsvolle Kampfgeist der Schützlinge von Dieter Kurth wurde in der Nachspielzeit mit dem Ausgleich belohnt, wobei ihnen in der Entstehung des Treffers eine wohl falsche Einwurfentscheidung des Schiedsrichtergespanns zugutekam.

Nach forschem Auftakt besaß Ebersdorf die erste glasklare Chance durch Lukas Werner, der nach einer Eingabe haarscharf am Ball vorbeisäbelte. Auf der Gegenseite war es Tevin McCullough, der das Spielgerät aus kurzer Entfernung über die Latte zirkelte. Die Entstehung des 0:1 zählte zu den Feinheiten dieser Auseinandersetzung. Wenig später bediente Özdemir Tom Thiel am rechten Flügel mustergültig. Dessen Flanke verwertete Denis Mehmedaj (22.) zum 0:1. Ein ungeschicktes Einsteigen von Sylvia-Außenverteidiger Paul Schmidt gegen Ricardo König im eigenen Sechzehner wurde mit einem Straßstoß geahndet, den Aykut Civelek (44.) unhaltbar zum 1:1 verwandelte.

Beim 1:2 nach einem finalen Steilpass schoben sich FC-Keeper Luis Krempel, der den Vorzug vor Oleksandr Churilov erhielt, und Valentin Rom gegenseitig die Verantwortung zu. Thiel (50.) ging dazwischen und schob den Ball über die Torlinie. Eine Resultatserhöhung war durchaus möglich, ehe sich die Coburger wieder fingen. Frischen Wind brachte Einwechselspieler Daniel Sam (67.), der im Stile eines Knipsers einen Assist von Eric Heinze zum 2:2 vollendete. Den Doppelschlag zum 3:2 machte König nur 50 Sekunden später aus kurzer Distanz perfekt. Mit hektischen Aktionen versuchte sich Coburg über die Ziellinie zu retten, wobei sich die Abspielfehler häuften. Nutznießer war Joker Fabian Bergmann (90 + 3), bei dessen Einschlag aus fünf Metern sich keiner für ihn zuständig fühlte.

Stimmen zum Spiel

Lars Müller (Trainer des FC Coburg): "Dieses Derby war in der zweiten Halbzeit ein wildes Spiel mit totaler Hektik. Dabei haben wir einfach zu viele Bälle verloren. Mit einem Dreierpack wollten wir Rang 4 absichern. Jetzt wird es wieder eng."

Dieter Kurth (Trainer von Sylvia Ebersdorf): "Wir hätten unsere Chancen vor dem 2:2-Ausgleich nutzen müssen, haben uns aber nicht belohnt. Kämpferisch waren wir top. Der eine Punkt hilft uns leider nicht weiter. Nun müssen wir uns mit der Abstiegsrunde abfinden."

FC Coburg: Krempel - Müller (60. Sam), Alles, Baur, Sener, Heinze, Knie, Weinreich (46.Rom), Civelek, König (83. Strobel), McCullough (75. Hartmann) / SC Sylvia Ebersdorf: Knauer - P. Schmidt (68. Bergmann), Trivuncevic, Tranziska, Autsch, Mehmedaj, A. Schmidt, Thiel (84. Tscherner), Carl (46. Dinc), Werner, Özdemir / Schiedsrichter: Steigerwald (Karlburg/Ufr.) /   Zuschauer: 320 / Tore: 0:1 Mehmedaj (22.), 1:1 Civelek (44., Foulelfmeter), 1:2 Thiel (50.), 2:2 Sam (67.), 3:2 König (68.), 3:3 Bergmann (90 + 3) / Gelb-Rote Karten: Civelek (90. + 5) / Trivunecevic (79.)