HSC Coburg setzt sich ab
Nach anfänglichen Schwierigkeiten waren die Hausherren deutlich aufmerksamer und erkämpften sich ein ums andere Mal die Bälle. Coburg konzentrierte sich darauf, den Kreisläufer in den Griff zu bekommen und provozierten Auer Würfe aus dem Rückraum. Denn: Bei den Gästen fehlte mit dem Halblinken Adrian Kammlodt jede Menge Wurfkraft.
Der Lohn der Coburger Mühen war eine 10:5-Führung nach 16 Minuten. Die Sachsen stellten im Angriff um und spielten mit Aki Egilsnes und Arnar Birkir Halfdansson mit zwei Linkshändern im Rückraum. Und Coburg? Der HSC leistete sich eine Schwächephase. Mit einem 5:2-Lauf in den folgenden zehn Minuten war der EHV wieder in Schlagdistanz (10:12, 25.).
Florian Billek dreht auf
Dann war wieder Billek-Zeit. Erst traf der HSC-Torjäger per Gegenstoß, dann ins leere Auer Tor - 14:10 (27.). Zum zweiten Mal in den ersten 30 Minuten sorgte Billek dafür, dass sich Coburg von den Auern distanzieren konnte. Der zweite entscheidende Coburger der ersten Hälfte stand im Tor: Jan Kulhanek. Der Torwart-Routinier kam auf acht Paraden und eine starke Quote von 47 Prozent - und gewann das Duell der Schlussmänner gegen Aues Erik Töpfer deutlich.
Auch nach dem Seitenwechsel machte Kulhanek dort weiter, wo er im ersten Durchgang aufgehört hatte. Nach 60 Minuten kam der Tscheche auf elf Paraden und eine Quote von 41 Prozent. Auch deshalb kam das Coburger Schreckgespenst "Zweite Halbzeit" diesmal nicht zum Vorschein. In den acht Spielen zuvor hatte der HSC stets den zweiten Abschnitt verloren. Diesmal machten die Vestestädter frühzeitig alles klar.
HSC Coburg macht früh alles klar
In den ersten sechs Minuten nach der Pause erzielte der HSC fünf Treffer und setzte sich auf 19:13 (36.) ab. Wenig später sah Aues Abwehrchef Franz Schauer seine dritte Zeitstrafe und musste auf der Tribüne Platz nehmen (37.). Spätestens jetzt war der der Widerstand der ersatzgeschwächten Gäste, die nur wenige Wechselmöglichkeiten hatten, gebrochen.
Das nutzte Coburg, um sich den Frust der vergangenen Wochen von der Seele zu schießen. Billek traf weiter nach Belieben, der Angriff zeigte manch schöne Spielzüge und die Abwehr ließ in 25 Minuten nur zehn Gegentore zu. Stück für Stück bauten die Hausherren ihren Vorsprung aus und lagen beim 27:17 - natürlich durch Billek - erstmals mit zehn Toren in Führung (50.).
Handschrift von Brian Ankersen erkennbar
Ankersens Handschrift war - vor allem Angriff - schon erkennbar. Coburg fand mehr spielerische Lösungen als in den vergangenen Wochen und griff kurz vor dem Spielende in die Zauberkiste. Juskenas und Billek versuchten einen Kempa-Trick, doch der misslang. Das letzte Tor des Tages erzielte Max Preller, der für den Schlusspunkt aus sieben Metern eingewechselt wurde - 32:23.
"Wir haben mit acht, neun Spielern durchgespielt und hatten die meisten Wechselmöglichkeiten dort, wo man sie am wenigsten braucht - auf Außen", sagte Aues Bornhorn nach dem Spiel und ergänzte: "Heute war einfach nicht mehr drin. Bis zur Pause sah es noch gut aus, aber danach hat sich die Kraft-Frage gestellt."
Coburgs bester Mann des Tages, Florian Billek, sagte: "Wir haben uns ein paar Sachen vorgenommen und das bravourös gelöst. Wir waren emotional, bissig und gallig. Wir wollten vor der Länderspielpause den Turnaround schaffen." Mit dem dritten Saisonsieg kletterte der HSC Coburg auf den 13. Tabellenplatz.
Die Statistik:
HSC Coburg: Kulhanek, Jochens - Preller (1/1), Fuß (4), Toom, Billek (12/2), Mubenzem (4), Juskenas (1), Varvne, Schäffer (2), Schikora, Kurch (1), Grozdanic (3/3), Schröder (3), Bauer (1)
Trainer: Ankersen
EHV Aue: Bochmann, Petursson, Töpfer - Ebert (1), Bornhorn (8/2), Egilsnes (2), Lux (2), Roth, Bombelka (3), Slachta, Schauer, Paraschiv (5), Halfdansson (2), Ribeiro
Trainer: Swat/Hilbert/Weber
Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff
Zuschauer: 1256
Siebenmeter: 6/7 (Grozdanic verwirft ein Mal) - 2/2 (Bornhorn trifft beide Versuche)
Zeitstrafen: 2:5 (Fuß, Toom - 3x Schauer, Bornhorn, Halfdansson)
Spielfilm: 2:2 (5.), 4:3 (8.), 6:4 (11.), 8:4 (14.), 10:6 (17.), 11:8 (21.), 12:10 (25.), 14:10 (30.), 16:11 (33.), 18:12 (35.), 20:13 (38.), 23:14 (42.), 25:17 (48.), 27:17 (50.), 28:19 (55.), 30:21 (58.)
Beste Spieler: Kulhanek, Billek / Bornhorn, Paraschiv