Was hat Stefan Finzel mit Angela Merkel gemeinsam? Na ganz einfach: Grenzenlosen Optimismus. "Wir schaffen das" - antwortet der fußballaffine Gönner des SC Sylvia Ebersdorf auf die Frage, ob seinem stark besetzten Bezirksliga-Team in dieser verflixten Corona-Saison der Landesliga-Aufstieg gelingt.

Unternehmer und Gönner

Natürlich bestehen noch Rest-Zweifel. Erst recht nach der überraschenden 2:4-Auswärtsniederlage unmittelbar vor der Winterpause beim Mitkonkurrenten in Buttenheim. Aber das Spiel sei für den finanzkräftigen Hauptsponsor kein Maßstab: "Da hat ja bei uns fast die halbe Mannschaft gefehlt. Deshalb werde ich das Ergebnis nicht überbewerten. Eigentlich haben wir ja sieben Punkte Vorsprung" - und schon spricht da wieder der Optimist!

Denn bei einem genaueren Blick auf die aktuelle Blick rangiert seine Truppe momentan "nur" auf dem zweiten Platz der Bezirksliga Oberfranken West und hat sogar zwei Punkte weniger als der Überraschungsprimus, Aufsteiger Burgebrach. "Aber wir haben ja drei Spiele weniger und die Konkurrenz spielt 2021 noch gegeneinander." Rechnet sich Finzel die Tabelle also nur schön?

Vielleicht. Doch eines muss man Finzel lassen. Der pfiffige Unternehmer, der in Fußballerkreisen den Ruf des "Kumpeltyps" genießt, kalkuliert genau. Und er ist einer, der auf dem Boden geblieben ist, obwohl er ja eigentlich im Geld schwimmen könnte - glauben zumindest viele im Fußballerkreis! Mit seinen Möbeln macht er im zu Ende gehenden Jahr nach eigenen Worten einen Umsatz von rund 66 Millionen Euro, für 2021 rechnet er sogar mit über 70 Millionen. Er verkauft Regale, Tische und Stühle in 62 verschiedene Länder. Die Branche boomt trotz Corona. "Noch", sagt Finzel und hebt dabei warnend den Zeigefinger. Es kämen ganz schnell auch wieder andere Zeiten.

Aber zurück zur Gegenwart und seinem Hobby: Die Sylvianer! Die will er während der Winterpause bereits für die Landesliga gut aufstellen. Kein einziger Spieler werde den Klub im Sommer 2021 verlassen - schließlich seien die Rahmenbedingungen in Ebersdorf seit geraumer Zeit so gut wie kaum anderswo in der Region. Da im aktuellen Spielerkader von Trainer Dieter Kurth jedoch mehrere Spieler in der Ferne arbeiten und deshalb nicht immer zur Verfügung stehen, waren sich die Entscheidungsträger einig, dass aufgerüstet werden muss.

Und Finzel mag keine halben Sachen. Er will neben Quantität, vor allem zusätzliche Qualität. Dafür soll der Ex-Bayreuther Regionalligaspieler Tayfun Özdemir sorgen.

"Eine absolute Rakete"

Der Offensiv-Allrounder aus der unmittelbaren Nachbarschaft (VfL Frohnlach), spielte zuvor in Coburg und Sonnefeld. "Eine absolute Rakete", weiß Finzel. Zwar sei "Tay" schon über 30, doch für Ebersdorf könnte er nach den Worten des Sponsors zur "Lebensversicherung" in der Landesliga werden. Noch sei der Wechsel nicht perfekt, doch es herrsche Einigkeit.

Ähnliches gilt für die Personalie Omar Rahmani. Der Innenverteidiger des Ligakonkurrenten TSV Mönchröden hätte sich vor kurzem in Ebersdorf angeboten und da er, Finzel, diesen technisch beschlagenen Spieler schon seit zwei Jahren in sein Ebersdorfer Team holen wollte, steht die Tür für den ehemaligen Kicker des SV Bosporus Coburg weit offen: "Ich bin sicher, dass wir uns zwecks der Wechselmodalitäten mit den Mönchrödenern in den nächsten Tagen noch einigen werden".

Özdemir und Rahmani werden jedoch nicht die einzigen Neuzugänge sein, die der Klub im Idealfall schon im Dezember offiziell vorstellen wird. Einig sind sich die Ebersdorfer nämlich nach Auskünften ihres Förderers auch mit einem weiteren Außenbahnspieler und einem Verteidiger vom FC Coburg sowie mit mehreren Talenten aus Thüringen, die dank des guten Netzwerkes von Coach Kurth den Weg in Finzels dickes Notizblöckchen fanden.