Mit dem "Nordbayern-Plan" will die bayerische Staatsregierung für gleiche Chancen und gleichwertige Lebensbedingungen überall im Freistaat sorgen. "Diese Initiative ist zu begrüßen", schreibt jetzt die Coburger SPD-Fraktionsvorsitzende Bettina Lesch-Lasaridis in einem Brief an den für den Plan zuständigen Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU). Doch so sehr sich Söder über dieses Lob freuen dürfte, so sehr dürfte ihm bereits beim Lesen der ersten Zeilen bewusst sein, dass die SPD-Politikerin ihrem grundsätzlichen Lob sehr wohl auch noch ein "Aber" anfügen wird. Und so kommt es dann auch. Bettina Lesch-Lasaridis schreibt mit Blick auf die einzelnen Projekte, die durch den Nordbayern-Plan Unterstützung erfahren: "Bedauerlicherweise profitiert Coburg nicht in dem von uns gewünschten Umfang."

Bevor die SPD-Fraktionsvorsitzenden zu einigen ganz konkreten Bitten kommt, macht sie erst noch einmal deutlich, wie sehr man sich in der Vestestadt bereits bemühe, trotz knapper Kassen und trotz demografischen Wandels "zukunftsfähig aufgestellt" zu sein. "Coburg hat in den letzten Jahren, wie viele Kommunen, seine Hausaufgaben gemacht und bietet seinen Einwohnern ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld", ist Bettina Lesch-Lasaridis überzeugt. Coburg verfüge zwar auch über eine Vielzahl von international gut aufgestellten "Global Playern" sowie über mittelständische Unternehmen - "dennoch ist es unsere Aufgabe als Kommunalpolitiker, jegliche Anstrengung zu unternehmen, um weitere attraktive Arbeitsplätze in Coburg zu schaffen."

Attraktives Stadtviertel

Und nun wird die SPD-Frau konkret: Sie verweist auf das "riesige Areal" des ehemaligen Güterbahnhofs. "In den nächsten fünf bis zehn Jahren soll dort ein attraktives Stadtviertel mit Standorten für Wissenschaft, Technik, Kultur und Wohnen entstehen", schreibt sie Söder. Eine Entwicklung eines derartig großen Areals sei aber nur "im Zusammenspiel mit übergeordneten Behörden, privaten Investoren und der Hochschule möglich". Bettina Lesch-Lasaridis bittet den Minister, der Stadt bei zukünftigen Initiativen und Förderungen im Hinblick auf die Entwicklung des Güterbahnhofsgeländes zu unterstützen.

Außerdem spricht die SPD-Fraktionsvorsitzende in diesem Zusammenhang auch gleich die beabsichtigten Behördenverlagerungen. Hier wäre es ebenfalls wünschenswert, wenn Coburg berücksichtigt werden würde - vielleicht ja mit dem Güterbahnhof als Standort? Lesch-Lasaridis: "Wir bieten Ihnen ein optimales infrastrukturelles Umfeld und Sie schaffen attraktive Arbeitsplätze in einer attraktiven Stadt, was auf beiden Seiten zu zufriedenen Menschen führt." Abschließend fragt die SPD-Fraktionsvorsitzende, nach welchen Kriterien neue Behördenstandorte ausgesucht werden und welche Voraussetzungen Coburg hierfür erfüllen müsste. "Gerne würden wir über diese Punkte mit Ihnen ins Gespräch kommen!" ct