2,3 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete die Sparkasse Coburg-Lichtenfels im abgelaufenen Jahr. Das ist etwas weniger als in den Vorjahren, und das Geld wurde der Sicherheitsrücklage zugeführt. Die Eigentümer der Sparkasse haben nichts von diesem Gewinn, wie schon in den Jahren zuvor.

Die Anteilseigner - Städte und Gemeinden - entsenden zwar Vertreter in die Verwaltungsräte, aber Zugriff auf die Gewinne haben sie nur sehr begrenzt. "Hierbei ist klarzustellen, dass es bei Sparkassen keine ,Gesellschafter‘ gibt, sondern der Verwaltungsrat als Organ der Sparkasse mit weisungsfreien Mandatsträgern über die Gewinnverwendung entscheidet", heißt es dazu in einer Stellungnahme des Bayerischen Sparkassenverbands. Die Stadt- und Gemeinderäte können also nicht beschließen, dass sie den Gewinn unter sich aufteilen, weil sie ihren Vertretern in den Verwaltungsräten gar keine entsprechenden Vorgaben machen können.


Nur für wohltätige Zwecke

Außerdem ist in der bayerischen Sparkassenordnung geregelt, dass die Gewinne grundsätzlich der Rücklage zuzuführen sind. Es sei denn, die Rücklage hat schon eine gewisse Höhe erreicht: Dann darf ein Teil des Gewinns (maximal drei Viertel) an die Träger der Sparkasse abgeführt werden, und zwar ausschließlich für gemeinnützige Zwecke. Das heißt: Selbst wenn ein Verwaltungsrat beschließen würde, dass die Träger einen Teil des Gewinns erhalten, könnten die Kommunen nur eingeschränkt darüber verfügen. Er darf zum Beispiel "nicht für Infrastrukturmaßnahmen wie etwa Straßen- oder Brückenbau oder -sanierung, Energieversorgung und dergleichen" verwendet werden, sagt Walter Partheymüller, Sprecher der Sparkasse Coburg-Lichtenfels.

Die Sicherheitsrücklage der Sparkasse beträgt laut Partheymüller derzeit 131,7 Millionen Euro. Das sind etwa fünf Prozent der Bilanzsumme von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2015. "Sie ist aufgrund der gesetzlichen Eigenkapitalvorschriften erforderlich", sagt Partheymüller. Mit einer Eigenkapitalsumme von knapp 220 Millionen erreicht die Sparkasse Coburg-Lichtenfels eine Quote von rund 8,8 Prozent der Bilanzsumme. Wenn also die Sparkasse Coburg-Lichtenfels ein Viertel ihres Gewinns ausschütten dürfte, dann wären das rund 575 000 Euro, die sich dann auf acht Verbandsmitglieder verteilen (siehe unten, Stichwort "Träger"). Für Coburg blieben dann rund 156 000 Euro.

"Die einzige Möglichkeit für Sparkassen, ihr Eigenkapital zu stärken, ist es, erwirtschaftete Gewinne in die Rücklagen einzustellen", macht Walter Partheymüller deutlich. Privatbanken könnten sich relativ kurzfristig Eigenkapital über den Kapitalmarkt besorgen. "Das geht bei Sparkassen gerade nicht." Abgesehen davon, wären vermutlich auch die kommunalen Träger wenig begeistert von dem Gedanken, ihrer Sparkasse unter die Arme greifen zu müssen. "Im Ergebnis benötigen also Sparkassen eine grundsätzlich bessere Eigenkapitalausstattung als Privatbanken. Wer etwas anderes sagt, stellt das Geschäftsmodell der Sparkassen in Frage", betont Partheymüller.


Öffentlicher Auftrag

Zweck der Sparkassen sei es, "die örtliche Versorgung mit kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen", heißt es auch von Seiten des bayerischen Sparkassenverbands. Deshalb können die Kommunen Sparkassen betreiben. Aber sie dürfen die Sparkassen nicht zur Finanzierung nutzen. "Daher ist es den Sparkassen auch verwehrt, zum Beispiel nicht marktgerechte günstige Konditionen anzubieten, auch nicht für öffentliche Projekte. Im Gesamtzusammenhang bleiben davon unberührt gemeinwohlorientierte freiwillige Maßnahmen der Sparkasse, wie zum Beispiel Spenden, Stiftungen und Sponsoring." Was letzteres angeht, können sich die Trägerkommunen im Raum Coburg-Lichtenfels auf ihre Sparkasse stützen: 2015 schüttete sie 551 000 Euro für Projekte in der Region aus.

Zahlen Bilanzsumme 2015: rund 2,5 Milliarden Euro; Gewinn: rund 2,3 Millionen Euro. 625 Mitarbeiter, 37 Geschäftsstellen (Stand: 2014).

Träger Zum 1. Januar 2005 wurden die Vereinigten Coburger Sparkassen mit der Kreissparkasse Lichtenfels fusioniert. Mitglieder des Verbands sind die folgenden Landkreise und Kommunen (in Klammern der rechnerische prozentuale Anteil an einer etwaigen Ausschüttung): Stadt Coburg (27,08), Landkreis Lichtenfels (23,5), Landkreis Coburg (14,42), Stadt Lichtenfels (12,0), Stadt Neustadt bei Coburg (7,29), Stadt Burgkunstadt (5,5), Stadt Bad Rodach (5,21), Stadt Bad Staffelstein (5,0).