Der Bayerische Bauernverband schlägt Alarm, weil den Schweinehaltern in Coburg und ganz Bayern im Schraubstock zwischen Schlacht-Stau und Preisverfall langsam die Luft auszugehen drohe. Kreisobmann Martin Flohrschütz sieht die Hauptursache bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und sagt in einer Pressemitteilung, zum einen sei durch die Einschränkungen bei den Schlachtungen ein Schweinestau entstanden, zum anderen sei der erneute Preisrutsch auf dem Schlachtschweinemarkt in dieser Woche alarmierend. "Die Situation unserer Ferkelerzeuger und Schweinemäster ist dramatisch. Wir brauchen jetzt dringend Unterstützung von der Politik und auch von den Marktpartnern! Sonst gehen in noch mehr Ställen der regionalen Schweinehalter die Lichter aus. Und ohne Schweinehalter gibt es kein heimisches Schweinefleisch."

Kein Aus-Schalter

Dadurch dass der Außer-Haus-Verzehr sowohl in den Gaststätten als auch auf Veranstaltungen weggefallen ist, fehle der Absatz von Schweinefleisch wie Schweineschnitzeln, Bratwurst und anderen Edelteilen. Auch habe die Afrikanische Schweinepest (ASP) die Schweinefleischmärkte durcheinandergewirbelt. "Es ist nicht möglich, die Schweinefleischerzeugung anzuhalten", erklärt Kreisobmann Martin Flohrschütz, "es werden Ferkel geboren, und die Schweine wachsen und müssen auch versorgt werden. Der gesamte Zyklus dauert in etwa ein Jahr." Den deutschen und bayerischen Schweinehaltern sei bereits jetzt schon ein Schaden von über einer Milliarde Euro entstanden. Kreisobmann Martin Florschütz fordert von der Politik eine schnelle finanzielle Hilfe für die Schweinebauern, und diese Hilfe müsse auch wirklich bei den Schweinbauern ankommen.