Es regt sich Unmut unter den Einwohnern des Seßlacher Stadtteiles Dietersdorf wegen des Vorhabens von Markus Brehm, sein Schlachthaus zu erweitern. Der Stadtrat von Seßlach hat bei seiner jüngsten Sitzung dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen erteilt, wobei dies nicht die immissionsrechtliche Würdigung beinhaltet. Dies hat durch das Landratsamt zu geschehen.

Da Brehm den Widerstand spürte, lud er kurzerhand zu einem Informationsgespräch ins Sportheim ein. Immerhin knapp 50 Bürger kamen und hörten sich das Ansinnen des Bauwerbers an. Zunächst erläuterte Brehm sein Vorhaben, das er nicht als Schlachthof à la stillgelegter Schlachthof in Coburg verstanden wissen wollte. Es handele sich schlicht um ein Schlachthaus, das keinesfalls größere Dimensionen annehmen solle als das bereits von ihm betriebene, sondern erweitert werden solle.


Noch einige Fragen offen

Der Metzgermeister gestand, dass noch einige Fragen offen seien. Wie er erläuterte, sollen ausschließlich Tiere aus heimischen Bauernhöfen geschlachtet werden, um den Bauern den weiteren Weg zum Schlachthof in Bamberg zu ersparen. Durch den kurzen Transportweg nach Dietersdorf würden die Tiere schonend und stressfrei angeliefert und erst am darauffolgenden Tag, nachdem sie sich beruhigt hätten, geschlachtet, was sich auf die Fleischqualität positiv auswirke.

Die Anfahrt soll über die Wassergasse erfolgen, die Abfahrt über das Privatgrundstück hin zur Hauptstraße gegenüber der Kirche. Einen Ausbau der Wassergasse hat der Stadtrat allerdings nicht befürwortet. Die Anfahrtszeiten für Schweine, so Brehm, seien auf drei Wochentage in der Zeit von 7 bis 9 Uhr beschränkt, die Anfahrtszeit der Rinder auf Mittwoch von 9 bis 11 Uhr. Es würden geschätzt 13 Fahrzeuge pro Woche das Brehm'sche Schlachthaus anfahren. "Lkw-Verkehr ist nicht geplant", betonte er. Maximal 75 Schweine pro Woche, das heißt, 25 pro Anlieferung, könnten geschlachtet werden. "Mehr gibt die Kapazität des neuen Schlachthauses nicht her", sagte Brehm.


Etliche Befürchtungen

Es ergab sich ein Frage-Antwort-Gespräch Brehms mit den Bürgern. Diese sorgten sich bei ihren Wortmeldungen um folgende Punkte: Sie befürchten Lärmbelästigung durch anfahrende Fahrzeuge und den Schlachtbetrieb selbst. Brehm verneinte dies, da die Wände verstärkt würden. Der Standort mitten im Dorf gefällt den Leuten nicht. Brehm begründete die Standortwahl mit: "Außerorts nicht finanzierbar." Die Dietersdorfer befürchten außerdem schlechte Gerüche, Lärm durch das Kühlaggregat, Schwierigkeiten mit der Entsorgung des Mistes (Brehm: "Dieser wird an Landwirte ausgeliefert.") sowie mit der Entsorgung der Abfälle (Brehm: "Das geschieht einmal pro Woche."). Es gab auch Bürger, wenn auch nur wenige, die hinter dem Vorhaben standen.
Die vielen Gegenargumente für sein Bauvorhaben beeindruckten Brehm schon und er sagte zum Schluss: "Ich sehe, ihr seid nicht begeistert. Schade." Leicht resignierend fügte er hinzu: "Ich werde daraus meine Konsequenzen ziehen." Welche, das sagte er nicht.