Das Puppenfestival 2018 wird in einigen wichtigen Teilbereichen komplett anders aussehen, als dies in diesem Jahr der Fall war. Das hat Kultur-Bürgermeister Martin Stingl (SPD) nach Abschluss des 26. Festivals angekündigt. Die Gründe für den organisatorischen Umbruch liegen allerdings weniger in den Strukturen des Puppenfestivals selbst, sondern in der Stadtentwicklung: Weil das Rathaus saniert und der Marktplatz neu gestaltet werden, "stehen uns wesentliche Teile zur Ausgestaltung des Puppenfestivals nicht zur Verfügung", sagte Stingl.


Besonders betroffen sind die Eröffnung des Festivals sowie die Verleihung des Max-Oscar-Arnold-Kunstpreises. Wobei in Martin Stingl deshalb keine große Hektik aufkommt: "Wir haben den Vorteil, dass uns im kommenden Jahr die kultur.werk.stadt samt Außenanlagen vollumfänglich zur Verfügung steht."


Wie das neue kulturelle Zentrum in der Bahnhofstraße genau eingebunden wird, ist noch offen. Und es wird auch noch ein bisschen offen bleiben, schließlich steht für das städtische Kulturamt schon die nächste Großveranstaltung ins Haus: Mitte Juli findet das große Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" am Fuße des Muppbergs statt. Dazu werden weit über 1000 Gäste erwartet. "Danach werden wir überlegen, wie das Puppenfestivals 2018 aussehen soll", gab Stingl die Marschrichtung vor.


Dass die "kultur.werk.stadt" dabei eins zu eins die Funktionen des Rathauses samt Marktplatz übernehmen wird, ist nach Ansicht von Martin Stingl keineswegs in Stein gemeißelt. Der Kulturbürgermeister kann sich noch andere Orte in der Stadt vorstellen, die in den Jahren 2018 und 2019 (bis dahin laufen die Bauarbeiten rund ums Rathaus) beim Puppenfestival eine zentrale Rolle spielen könnten: "der Schützenplatz, der Hindenburgplatz, der Freizeitpark am Moos".


Gemeinsam ist sinnvoll

Bei der Frage nach seiner persönlichen Zusammenfassung des diesjährigen Puppenfestivals strahlt Martin Stingl mit der Sonne um die Wette: "Es war äußerst erfolgreich." Ohne der finanziellen Abrechnung bei der Kombikarte für Veranstaltungen in Neustadt und Sonneberg vorweggreifen zu wollen, hat diese Neueinführung nach Ansicht Stingls das Festival auf jeden Fall vorangebracht. "Insbesondere von den Nutzern", sagte der für das Puppenfestival zuständige Bürgermeister, "habe ich ausschließlich positive Rückmeldungen zu diesem Angeboten erhalten."


Vom ersten bis zum letzten Tag, gerade bei den öffentlichen Äußerungen der lokalen Politik, war das 26. internationale Puppenfestival geprägt von einer deutlichen Annäherung der beiden Partnerstädte Neustadt und Sonneberg. Diese Kooperation bewährt sich nach Ansicht beider Stadtspitzen von Jahr zu Jahr mehr, deshalb wirbt Martin Stingl dafür, diesen Weg entschlossen weiterzugehen.

Der Kultur-Bürgermeister geht deshalb davon aus, dass im kommenden Jahr die nächsten Schritte folgen. Einer davon könnte es sein, dass künftig nur noch ein Programmheft für die Puppen- und Bärenveranstaltungen rund um Himmelfahrt in Neustadt und Sonneberg herausgegeben wird. "Es wäre für alle Gäste und Beteiligten die sinnvollste Lösung", betont Martin Stingl und verweist darauf, dass getrennte Programm hefte immer wieder für Verwirrung unter den Gästen aus ganz Europa sorgen.


Wolle das internationale Puppenfestival, so schließt Martin Stingl seine Bilanz samt Ausblick, auch international eine wichtige Rolle spielen, dann geht das nur in Zusammenarbeit mit dem Puppen- und Bärenfest in Sonneberg: "Die Intensivierung der Kooperation muss das übergeordnete Ziel für die kommenden Jahre werden."