Das Wochenende stand ganz im Zeichen des 52. Regionalwettbewerbs von "Jugend musiziert" der Städte und Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels, der in Zusammenarbeit mit der Musikschule Coburg und ihrem Leiter Dietmar Schaffer durchgeführt wurde.
Auffällig war in diesem Jahr, dass sich nur 21 Jugendliche zur Teilnahme bereitfanden, was auf die gestiegenen gymnasialen Anforderungen schließen lässt. Es gab aber dennoch eine große Leistungsbreite mit 15 ersten Preisen (davon sieben mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb in Regensburg) und sechs zweite Preise. Alle 1. Preisträger stellten sich in der Aula des Gymnasiums Casimirianum, gestaffelt nach Altersgruppen, mit einem Musikstück vor.
Kleine Kompositionen boten Lisa Cogan (Violine) mit beherztem Ton und Strich, Moritz Weiß (Violine) sauber und sicher, Sarah Kölsche (Violoncello) mit schon gewandtem Lagenspiel, Lina Wiegandt ausdrucksvoll mit Vibrato und
Flageolett, Florian Weiß (Violoncello) temperamentvoll mit Glissando und Amelie Angles (Viola) mit weicher, angenehmer Tonbildung.


Gefühlvoll und virtuos

Hörbare Steigerungen der Schwierigkeiten gab es in den Altersgruppen II und III, beginnend mit Franz-Ludwig Pan (Violoncello), der ein "Spooky piece" von Mats Lindstroem im modernen Stil sicher in Rhythmus und Intonation darbot. Tonschön und ausdrucksvoll mit geschmeidigen Lagenwechseln spielte Lucy-minh An Duong (Violine) ein "Cantabile" von Niccolo Paganini. Ebenfalls auf der Violine war Helena Weis mit zwei sicher auswendig gespielten "Rumänischen Volkstänzen von Bela Bartók zu hören.



In den Altersgruppen IV und V begann Karin Ewald (Violoncello) schwungvoll und lagensicher mit einer "Tarantella" von William Squire. Ausgesprochen virtuos präsentierte sich Marie Koonert (Violine) mit dem schwierigen, auswendig gespielten Scherzo aus der 2. Sonate von Sergej Prokofiew. Gefühlvoll und griffsicher hörte man das Gitarren-Duo Franka Witthauer und Marcel Schubert mit "Milonga e Final" von Maximo Pujol.


Reichlich Beifall

In der Altersgruppe V beeindruckte Lukas Heunisch (Violine) in dem auswendig mit sauberen Doppelgriffen dargebotenen "Moderato" aus der Solosonate D-Dur op. 15 von Serge Prokofiew. Einen besonderen Gag hatte man sich für den Schluss aufgehoben. Kilian Scheuring (Basstuba) und Lena Wiesner (Klavier) brachten das anspruchsvolle avantgardistische Werk "Blasenwürfe" von Klaus Burger zu beeindruckender Wiedergabe.



Hier werden eine präparierte Schlauchtuba, neue Spieltechniken mit Tonverfremdungen, Sprache und Clustern verwendet, welche die jungen Musikanten überlegen beherrschten. Es gab viel Beifall für diese und die vielen anderen überzeugenden Leistungen an diesem Abend.



Bleibt zu hoffen, dass "Jugend musiziert" in den folgenden Jahren wieder mehr Zuspruch findet - den schulischen Belastungen zum Trotz und als Ausgleich.