Ein ganz besonderer Brief flatterte vor wenigen Tagen in den Postkasten des Bamberger Malers Cleff III.: Auf dem Briefkopf prangt in roter Farbe das Wappen des Vereinigten Königreichs, darunter folgt in Großbuchstaben die Ortsmarke "Windsor Castle". Dorthin hat sich die englische Königin Elizabeth II. aufgrund der Corona-Pandemie aktuell zurückgezogen.

Das königliche Schreiben ist an "Mr. Cleff" adressiert. Eine Hofdame (Lady-in-Waiting) der Queen bedankt sich darin im Namen der Königin bei dem Bamberger Maler für seinen Brief und weitere zugesandte Materialien.

Prinz Albert: Ur-Ur-Großvater der Queen stammte aus Coburg

Die Queen habe mit Interesse vernommen, dass Cleff III. im zurückliegenden Jahr an den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Prinz Alberts in Coburg teilgenommen hat. Die Queen ist eine Ur-Ur-Enkelin Alberts, der mit ihrer berühmten Vorfahrin Queen Victoria verheiratet war und aus Coburg stammte.

Cleff III. hatte 2019 im Rahmen der Prinz-Albert-Festwoche ein von ihm gemaltes Porträt Elizabeths II. im Coburger Rathaus ausgestellt. In einem Brief an die englische Monarchin berichtete er davon. "Ich habe dazu geschrieben, dass die Queen sehr beliebt ist in Deutschland", erinnert sich Cleff III. Viele Leute seien damals stehengeblieben, um das Porträt der Königin im Coburger Rathaussaal zu fotografieren.

Zu seinem Schreiben an die Queen packte der Maler unter anderem ein Foto sowie das Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten in Coburg. Mit einer Antwort habe er nicht gerechnet, erzählt Cleff III.

Ein Brief aus Windsor und einer aus dem Buckingham Palace

Der Brief aus Windsor ist allerdings nicht das erste königliche Schreiben, das der Bamberger Maler erhalten hat. Vor einigen Jahren habe er schon einmal einen Brief aus dem Buckingham-Palast, der Londoner Residenz der Queen, bekommen. "Ganz amüsant" sei es, nun einen zweiten Brief aus Windsor zu haben, so Cleff III.

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Sein Porträt der englischen Königin ist indes bereits vor einigen Jahren entstanden - anlässlich des 60. Thronjubiläums Elizabeths II. "Die Queen wurde ja schon öfters porträtiert - vor allem von englischen Künstlern", antwortet Cleff III. auf die Frage, wie es zu der Idee kam, die Queen zu malen. Die bereits existierenden Porträts der Königin seien ihm "zu traditionell" gewesen. "Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert."

Mit seinem Porträt habe er daher eine Darstellung der Queen gemäß der neuen Zeit schaffen wollen. Etwa einen Monat brauche er für ein Porträt, berichtet Cleff III. Bis man in der Lage sei, ein solches zu malen, benötige es "viele Jahre".

Ausstellung bei Queen-Besuch in Berlin 2015

Auch in Berlin war das Porträt der Königin schon zu sehen, wie Cleff III. erzählt. Dort wurde es anlässlich des Queen-Besuchs vor fünf Jahren ausgestellt. Aktuell ist es im Atelier des Malers in Bamberg. Was das englische Königshaus betrifft, faszinieren Cleff III. nach eigener Aussage vor allem die Tradition und die Geschichte sowie die "Verquickung mit meiner Bamberger Nachbarstadt Coburg".

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