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Coburg
Globe

Spatenstich für das Globe in diesem Herbst

Die Projektleiter erläutern, wie es mit dem Bau der Interimsspielstätte nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats weitergeht und welche Rolle Corona im Zeitplan spielt. Mitte nächsten Jahres könnte der hölzerne Rohbau errichtet werden.
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Die Innenansicht des Foyers im Globe-Theater: Das Holz, aus dem die Interimsspielstätte gebaut wird, soll auch hier sichtbar bleiben. Repro: Loomn Visualisierung ABE GmbH
Die Innenansicht des Foyers im Globe-Theater: Das Holz, aus dem die Interimsspielstätte gebaut wird, soll auch hier sichtbar bleiben. Repro: Loomn Visualisierung ABE GmbH
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Wenn erst einmal der Keller für das Globe am ehemaligen Güterbahnhof fertig gebaut ist, könnte es ganz schnell gehen. Dann werde das markante Holzgebäude in kürzester Zeit "aus dem Boden schießen", sagt Architekt Marcel Ebert, Geschäftsführer des Coburger Architekturbüros ABE Eichhorn. Sein Büro hatte im vergangenen Jahr die europaweite Ausschreibung der erforderlichen Architektenleistungen gewonnen und wurde im Dezember mit der Detailplanung, Ausschreibung und Bauleitung des Globe beauftragt. Seit Jahresbeginn wird daran gearbeitet.

Corona stört den Zeitplan

Nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats in der vergangenen Woche zur Fortführung des Projekts, könne nun als erster Schritt im weiteren Verfahren die Ausschreibung veröffentlicht werden. "Wir hoffen auf viele Bewerbungen", sagt Marcel Ebert. Im Herbst dieses Jahres soll nach Möglichkeit der Startschuss für die Bauarbeiten fallen.

Allerdings sei auch am Globe-Projekt die Corona-Krise nicht spurlos vorüber gegangen, wie Ebert berichtet. Statt an einem großen Tisch sei die Zusammearbeit teilweise über Telefonkonferenzen mit bis zu 18 Teilnehmern gelaufen, erinnert sich der Architekt. Das habe auch dazu geführt, dass die Bauzeitplanung noch einmal überarbeitet werden musste. Dennoch werde die Fertigstellung Ende 2022 anvisiert.

Der Bau des Kellers mit Spundwänden werde bis Mitte 2021 dauern, schätzt Ebert. Ist dieser Teil abgeschlossen, kann das Theatergebäude oben drauf gesetzt werden. Die Bauteile des Globe bestehen aus Fichtenholz-Elementen, die vorgefertigt an die Baustelle geliefert werden. Das beschleunigt den Aufbau enorm und die Coburger werden recht schnell erahnen können, wie die Interimsspielstätte für ihr Landestheater aussieht, wenn sie fertig ist. Rund zwölf Wochen veranschlagen die Planer für den Holzbau.

Rund 300 Tonnen wird allein das Material für den Holzbau wiegen, so Ebert. Verwendet werde Fichtenholz, ein gängiger Baustoff für die Massivbauweise, wie der Architekt erläutert. Damit die Coburger noch besser verfolgen können, was sich auf der Baustelle tut und wie das Globe wächst, denkt Ebert über die Installation einer Webcam nach. Architekt Thomas Eck, der das Projektteam mit seinem Büro verstärkt, könnte sich auch vorstellen, einen kleine Besucherplattform unweit der Baustelle zu errichten. "Dann können die Coburger in die Baugrube schauen."

Verstärkung ins Boot geholt

Große Bauprojekte sind für das Architekturbüro Eichhorn keine Seltenheit. In den Referenzen finden sich Projekte wie der Rathaus-Neubau in Neustadt oder das Rechen- und Logistikzentrum der HUK Coburg auf der Lauterer Höhe. Dennoch hat sich Eberts Büro für das Globe noch Verstärkung geholt: Das Globe sei schließlich ein echtes "Leuchtturmprojekt", das im Fokus der Öffentlichkeit stehe. "Dafür wollen wir bestmöglich aufgestellt sein", sagt Ebert.

Neben dem Coburger Architekten und langjährigen Partner Thomas Eck haben Ebert und sein Team auch das Berliner Architekturbüro Kaden+Lager als Holzspezialist ins Boot geholt. Erst kürzlich wurde es mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg ausgezeichnet - für ein 34 Meter hohes Wohngebäude in Heilbronn - aktuell das höchste Haus in Deutschland, das in Holzbauweise errichtet wurde.

Abgesehen davon, dass nicht jeden Tag runde Gebäude wie das Globe gebaut werden, bedeutet die Planung für die Architekten einen "extremen Aufwand", wie Thomas Eck betont. Brandschutzbestimmungen, statische Anforderungen und den Werkstoff Holz in eine "baubare Struktur" zu verwandeln, das sei die eigentliche Herausforderung, so Eck. Natürlich gebe es genügend Beispiele von Gebäuden, die in Holz-Beton-Verbundbauweise und Massivholzbau errichtet sind - Ebert: "Aber das Globe als Theaterbau, das ist eine ganz andere Hausnummer!"