Silke Kirchberger hat jetzt ganz offiziell ihren Dienst an der zweiten Pfarrstelle in der Coburger Kirchengemeinde St. Moriz angetreten. Sie wurde am Sonntag durch Dekan Andreas Kleefeld
in ihr Amt eingeführt. Allerdings betritt Pfarrerin Kirchberger kein völliges Neuland. Sie hat bereits seit November des vergangenen Jahres die Pfarrstelle vertretungsweise übernommen. Damals ist ihr Ehemann Stefan Kirchberger als einer der beiden Coburger evangelischen Dekane installiert worden. Stefan Kirchberger ist in Personalunion auch Inhaber der ersten Pfarrstelle an der Morizkirche.

Die neue (zweite) Pfarrerin Silke Kirchberger sowie Kirchenvorstand und Gemeinde hatten also fast ein Jahr Zeit sich aneinander zu gewöhnen, und offensichtlich funktioniert das Miteinander ganz gut. "Dem Kirchenvorstand fiel ein Stein vom Herzen" erinnerte sich dessen Vertrauensfrau Kerstin Zimmer an den Moment, als sie von der Entscheidung der Pfarrerin hörte, sich für den dauernden Verbleib in St. Moriz zu entscheiden.

Dekan Roland Huth, der katholische Nachbarpfarrer von der St.-Augustin-Kirche scherzte sogar, dass "ein geschlampertes Verhältnis", also nur die vorübergehende Vertretung der Pfarrstelle in St. Moriz, ein Ende gefunden habe. "Dein Wirken hier soll Vieles zum Blühen bringen", erhofft sich Pfarrer Rolf Roßteuscher, der Senior (Sprecher) des Coburger Pfarrkapitels.

Dritter Bürgermeister Thomas Nowak spielte auf den überraschend kurzfristigen Dienstantritt als Pfarrverweserin vor einem Jahr an. Dieser fiel geradewegs in eine schwierige Zeit, in eine Phase der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr der Reformation. "Sie waren für die Aufgaben in Coburg gut gerüstet", bescheinigte ihr Nowak. Denn an ihrer früheren Stelle in Augsburg sei sie ja auch mit den Vorbereitungen des Reformationsjubiläum befasst gewesen.

Dekan Andreas Kleefeld, der schließlich die Amtseinführung vorgenommen hat, kam die Herrnhuter Tageslosung für seine Einführungsansprache sehr gelegen: "Mach dich auf und handle" entnommen aus dem ersten Buch der Chronik im Alten Testament. "Es ist ja durchaus dein Selbstverständnis, dass du dich als Pfarrerin gerne rufen und in den Dienst des Herrn und deiner Kirche stellen lässt." Kirchberger habe mit großem Einfühlungsvermögen Zugang zu den Menschen in der Gemeinde gefunden. Dekan Kleefeld freute sich: "Das Team in St. Moriz ist komplett. Die Pfarrstellen sind alle komplett. Der Kirchenvorstand kann das Thema Vakanz abhaken."

Für ihre eigentlich schon gar nicht mehr erste Predigt in der Morizkiche hatte sich Pfarrerin Kirchberger einen Abschnitt aus dem ersten Kapitel des Markusevangeliums erwählt. Jesus vertreibe laut Text böse Geister. Pfarrerin Kirchberger interpretierte das so, dass die Begegnung mit Jesus die von Luther formulierte "Freiheit eines Christenmenschen" möglich mache. "Mit diesem Gott sind die bösen Geister an meiner Seite verschwunden. "Unrecht, Leid und Tod haben nicht das letzte Wort in unserem Leben."

Silke Kirchberger kam 1964 in Warendorf in Nordrhein-Westfalen auf die Welt. Sie studierte Theologie an der Philipps-Universität in Marburg, an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und an der heutigen Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Beim Studium in Bethel hatte Silke Kirchberger auch ihren Ehemann Dekan Stefan Kirchberger kennengelernt. Die Eheleute Kirchberger haben auch schon eine Coburger Vergangenheit hinter sich. Sie waren als Vikare in Ahorn und in Rödental (Einberg) tätig.