Liegestühle anstelle abgestellter Autos, Kissen und Decken für Menschen, Topfpflanzen auf Pflastersteinen mitten in Coburg. Am Freitag hat sich das "Bündnis nachhaltige Mobilität Coburg" etabliert - gut sichtbar. Verkehrs-, Umwelt- und Naturschutzverbände schlossen sich öffentlich in der Ketschengasse zusammen. Sie fordern eine nachhaltige Mobilitätswende, die vom Auto abrückt, eine Reduzierung des -Ausstoßes , mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger sowie mehr Grün in der Stadt fordert.

Augenfälligstes Merkmal war die Umgestaltung von sieben Stellplätzen in der Ketschengasse am Säumarkt. Durch die Reihe der Info-Stände und Liegestühle rechts und links der Gasse fuhren am Freitag selbstverständlich auch Autos in Richtung Albertsplatz. Ein Redner forderte, wegen der Enge in der Ketschengasse am Säumarkt auf dem Platz einen Radstreifen zu markieren und die rechte Öffnung des Ketschentores für Radfahrer freizugeben. So gebe es für Auto- und Radfahrer mehr Sicherheit.

Guter Zuspruch

In der Zeit von 10 bis 15 Uhr wurden die Forderungen immer wieder publik gemacht und mit Passanten diskutiert. "Wir hatten bislang nur zwei Kritiker unserer Aktion", sagte Johannes Wagner von der Initiative Health for Future Coburg. Die Mehrzahl habe sich positiv geäußert. Weitere Mitglieder des nachhaltigen Mobilitätsbündnis sind die örtlichen Vereine vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), vom Verkehrsclub Deutschland, vom Landesbund für Vogelschutz, von Fridays For Future sowie Transition Coburg, Bund Naturschutz, das Reallabor Stadtland der Hochschule Coburg und die Altstadtfreunde.

Ziel des neuen Bündnisses in der Vestestadt ist auch, im Dialog neue Formen der Mobilität zu erreichen. "Das geht nur gemeinsam", waren sich die Redner einig.

Johannes Wagner sagte, die Diskussion gewinne angesichts des Klimawandels an Fahrt. "In den nächsten Jahren wird es einen Wandel geben", zeigte er sich überzeugt. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) hörte sich die verschiedenen Standpunkte an, verzichtete selbst aber auf ein Statement.

Das Mobilitätsbündnis erfuhr für die zeitweilige Zweckentfremdung der sieben Parkplätze Unterstützung von mehreren Seiten. So stellte die Topfpflanzen das Grünflächenamt zu Verfügung, die Liegestühle lieh der Stadtstrand im Rosengarten den Aktivisten und die ausgelegten Teppiche waren im Wertstoffhof gesammelt worden.